Zwischen Verantwortung und Finanzierung: Landrat Cyriax über die Lage der
Landkreise
Dieser Geste des Landrats Michael Cyriax kann man es entnehmen: Es muss was passieren und dafür ist jeder Bürger
gefragt. Entweder die eigenen Ansprüche ein Stück weit zurückdrehen oder mehr zur Kasse gebeten werden.
Foto: Judith
Ulbricht
Kelkheim (ju) – Vor dem Lions Club Kelkheim hat Landrat Michael Cyriax am vergangenen
Montag ein Thema aufgegriffen, das selten im Rampenlicht steht, für den Alltag der Bürgerinnen und Bürger jedoch von zentraler Bedeutung ist: Die aktuellen Herausforderungen der
deutschen Landkreise – erläutert am Beispiel des Main-Taunus-Kreis.
In sachlichem, zugleich eindringlichem Ton zeichnete Cyriax das Bild einer kommunalen Ebene, die viele Aufgaben
trägt, deren Spielräume jedoch zunehmend enger werden.
Klein, dicht besiedelt – und wirtschaftlich stark
Der Main-Taunus-Kreis umfasst zwölf Städte und Gemeinden. Mit rund 220 Quadratkilometern ist er flächenmäßig der
kleinste Landkreis Deutschlands – etwa so groß wie Wiesbaden – und zugleich einer der am dichtesten besiedelten. Eingebettet zwischen Frankfurt, Wiesbaden und Mainz profitiert die Region von
ihrer Lage im Rhein-Main-Gebiet.
Mehrere international tätige Unternehmen haben hier ihren Deutschlandsitz oder bedeutende Forschungsstandorte,
darunter Samsung Electronics in Eschborn, Procter & Gamble mit großen Forschungsabteilungen sowie die Deutsche Börse. Diese wirtschaftliche Stärke trägt wesentlich dazu bei, dass der Kreis
als attraktiver Wohn- und Arbeitsstandort gilt.
Was ein Landkreis eigentlich leistet
Ein zentrales Anliegen des Vortrags war es, die Aufgaben eines Landkreises greifbar zu machen. „Viele wissen gar
nicht genau, was wir eigentlich tun“, so Cyriax sinngemäß.
Im Kern geht es um soziale Existenzsicherung – überall dort, wo Sozialversicherungssysteme nicht greifen. 2025
betreute der Kreis rund 20.000 Menschen, die Transferleistungen beziehen, etwa Bürgergeld, Sozialhilfe, Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen oder Hilfe zur Pflege. Letztere kann
monatliche Kosten von über 3.000 Euro verursachen. Die Zahl der Leistungsberechtigten ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.
Hinzu kommen klassische Dienstleistungen: Rund 50.000 Notrufe pro Jahr gehen bei der Leitstelle unter der Nummer 112
ein – etwa 140 täglich. In der Kfz-Zulassungsstelle werden jeden Tag bis zu 200 Anliegen bearbeitet. Gleichzeitig ist der Kreis Schulträger, unterhält Gebäude, sorgt für Ausstattung und
Infrastruktur. Insgesamt beschäftigt die Kreisverwaltung rund 1.500 Mitarbeitende, der Haushalt umfasst etwa 650 Millionen Euro jährlich.
„Wir begleiten die Menschen von der Geburt bis ins hohe Alter“, brachte es Cyriax auf eine einfache Formel.
Soziale Lasten wachsen dynamisch
Etwa zwei Drittel des Haushalts entfallen auf soziale Leistungen. Diese beruhen überwiegend auf Bundesgesetzen mit
Rechtsansprüchen. Finanziert wird der Kreis vor allem über die Kreisumlage, also Beiträge der Städte und Gemeinden, sowie über staatliche Zuschüsse. Doch diese decken die tatsächlichen Kosten
nicht vollständig.
Die Entwicklung sei dramatisch, machte Cyriax deutlich: Mussten 2020 noch rund 60 Millionen Euro zusätzlich aus der
Kreisumlage für gesetzliche Sozialleistungen aufgebracht werden, rechnet der Kreis für 2026 mit etwa 120 Millionen Euro. Eine Verdopplung innerhalb weniger Jahre.
Ein wesentlicher Kostentreiber ist die Jugend- und Eingliederungshilfe. Durch das Bundesteilhabegesetz haben Kinder
mit Behinderungen Anspruch auf inklusive Beschulung. Dafür werden Teilhabeassistenzen eingesetzt – gesellschaftlich gewollt, aber kostenintensiv für die kommunale Ebene.
Bildung im Wachstum
Der Main-Taunus-Kreis wächst – und mit ihm die Zahl der Schülerinnen und Schüler. Innerhalb eines Jahrzehnts kamen
rund 3.000 hinzu, auch infolge von Migration und dem Krieg in der Ukraine.
Allein in den vergangenen fünf Jahren investierte der Kreis rund 250 Millionen Euro in Schulgebäude und Ausstattung,
rechnerisch etwa 8.000 Euro pro Schüler. Hinzu kommen Investitionen in Ganztagsbetreuung, für die seit Kurzem ein Rechtsanspruch besteht, sowie digitale Endgeräte, die während der Corona-Pandemie
angeschafft wurden.
Gleichzeitig bereiten sprachliche Defizite Sorge: Bundesweite Studien zeigen, dass etwa ein Viertel der
Viertklässler nicht ausreichend lesen, schreiben oder rechnen kann. Der Kreis fördert daher gezielt Deutsch als Bildungssprache; mehrere Hundert Kinder nehmen bereits an entsprechenden Programmen
teil.
Strukturelles Ungleichgewicht
Im Kern beschrieb Cyriax ein strukturelles Problem: steigende Sozialausgaben bei stagnierendem Wirtschaftswachstum
und begrenzten kommunalen Einnahmen. Während die Kommunen nur rund 14 Prozent der Steuereinnahmen erhalten, tragen sie einen erheblichen Teil der staatlichen Aufgaben. Bundesweit summierten sich
die kommunalen Defizite zuletzt auf historische Höchststände.
Könne ein Kreis seinen Haushalt nicht ausgleichen, müsse die Kreisumlage steigen. Die Städte und Gemeinden
reagierten dann häufig mit höheren Grund- oder Gewerbesteuern. „Am Ende zahlt es immer die Bürgerschaft“, machte Cyriax deutlich.
Sondervermögen oder zusätzliche Kredite seien keine dauerhafte Lösung, sondern verschöben die Lasten in die
Zukunft.
Appell für Ehrlichkeit
Parteipolitik, betonte der Landrat, stehe dabei nicht im Vordergrund. Es gehe um das Prinzip der kommunalen
Selbstverwaltung. Wenn Bund und Länder immer neue Standards und Rechtsansprüche festlegten, ohne für eine vollständige Finanzierung zu sorgen, bleibe vor Ort kaum noch
Gestaltungsspielraum.
Sein Fazit vor dem Lions Club war ein Appell zur Ehrlichkeit in der politischen Debatte: Entweder Standards und
Bürokratie müssten reduziert werden – oder die Gesellschaft müsse bereit sein, höhere Abgaben zu akzeptieren.
Die Herausforderungen der Landkreise, so wurde an diesem Abend deutlich, sind kein abstraktes Verwaltungsthema. Sie betreffen unmittelbar die Lebensrealität vor
Ort – auch im Main-Taunus-Kreis.
Quellenangabe: Kelkheimer Zeitung vom 27.02.2026, S. 1, 3
Mit Theater Konflikte lösen
Jugendliche in neuen Rollen: Lions Club fördert besonderes Projekt an
Anne-Frank-Schule
Schüler schlüpfen beim "People's Theater an der Anne-Frank-Schule in verschiedene Rollen. Foto privat
Münster – „Es war interessant zu sehen, wie jeder tickt. Es hat uns als Gruppe zusammengebracht.“ Lara ist auch noch nach dem neuen Projekt an der
Anne-Frank-Schule ganz angetan. Sie hat Lust auf mehr, würde gerne in einer Theatergruppe mitspielen. „Ich war gerne dabei, es war wichtig und richtig cool“, lobt die Schülerin die Initiative
„People‘s Theater“, einem Verein mit Sitz in Offenbach, der zuletzt an der Einrichtung in Münster in zwei Klassen Station machte. Möglich wurde dies durch die Förderung vom Kelkheimer Lions
Club.
Deren Mitglied Gaby Reiser hatte festgestellt, dass sie zwar an vielen Kelkheimer Schulen aktiv seien, aber an der Anne-Frank-Schule noch nicht ganz so intensiv.
Deshalb klopfte sie bei Leiterin Esther Bernard an und rannte offene Türen ein. „Solche Projekte könnten wir nicht ohne Sponsoren machen“, sagt die seit einem Jahr amtierende Chefin der Schule
mit dem Förderschwerpunkt Lernen mit rund 100 Schülern und 15 Lehrkräften. Die Anfrage kam genau zum richtigen Zeitpunkt, hatte sich die Schule doch ohnehin nach einem neuen externen Projekt
umgeschaut. Impulse von außen seien ihnen hier sehr wichtig, so Bernard.
Auch anders lernen dürfen
Da sie den „Anspruch haben, auch ,anders‘ lernen zu dürfen“, kommt den Bereichen Handlungsorientierung, Erlebnispädagogik und Bewegungsangeboten eine wichtige Rolle
zu. So stießen sie auf das „People‘s Theater“, das von den Schriften der Kirche der Bahá‘i inspiriert wird. Der Theaterverein schreibt über sein Projekt: „Im interaktiven Theater wird zunächst
ein Konflikt schauspielerisch dargestellt. Am Höhepunkt wird die Vorstellung gestoppt und mit dem Publikum analysiert. Danach wird das Problem identifiziert und verschiedene
Handlungsmöglichkeiten entwickelt. Jetzt ist das Publikum gefordert, die gewonnenen Erkenntnisse in das Stück einzubringen.“
Soziales Engagement, Weltoffenheit, interkulturelles Arbeiten, das ist auch der Schule wichtig. Und das sei mit der Initiative alles möglic, so Bernard. Also konnten
die drei Theater-Betreuer für zwei Klassen an jeweils vier Tagen für eine Schulstunde mit Unterstützung der Lions gebucht werden. Die Schüler haben schon die Pause davor genutzt, um alles
aufzubauen, berichtet Lehrer Joachim Lotz von der besonderen Motivation. Dann gab es Aufwärmspiele wie zum Beispiel eine Version der „Reise nach Jerusalem“. Und schließlich konnte die
Theater-Produktion beginnen.
Es wurden kleine szenische Spiele zu Themen wie Mobbing, Freundschaft, Zivilcourage oder Ermutigung angeboten. Wer wollte, konnte in eine der dazu passenden Rollen
schlüpfen und mit den Kameraden dann eine Sequenz dazu spielen. Die Betreuer haben es vorgemacht, wie so etwas aussehen könnte.
Ruhige Schüler öffnen sich
An der Tafel wurden Regeln festgehalten und eigene Vorschläge gemacht. Sich zu respektieren, aufpassen, auch mal leise zu sein – das war den beiden Klassen wichtig.
Die Beobachter schauten sich die Runde an, gaben Tipps, dieses oder jenes vielleicht anders zu spielen, anders zu reagieren. So simulierten die Schüler kritische Momente zu überall präsenten
Themen wie Mobbing in der Gemeinschaft. Und Lara hat festgestellt: Die zuvor durchaus auch mal streitende Klasse habe hier als Gruppe gut harmoniert. Selbst ruhige Schüler hätten sich geöffnet.
Die Mitschüler Luca, Sophie und Sheriff, die das Projekt den Lions mit vorstellen, sehen das genauso.
Die Lions-Vertreter Gaby Reiser und Peter Ottiger sind ebenso angetan von dem, was ihnen berichtet wird. Sie hören auch aufmerksam zu, als Leiterin Bernard den
Wunsch äußert, die Sache mit einem ähnlichen Projekt fortsetzen zu wollen. Lehrer Lotz weiß, dass andere Initiativen doch eher „abstrakt“ und auf der „Wir reden darüber-Ebene“ geblieben seien,
die Schüler mal einen Film sahen, aber weniger aktiv werden konnten. „Hier hatten sie die Möglichkeit, sich reinzufühlen.“
Das kann Bernard nur unterstreichen, ihnen sei das „Lernen mit Herz, Hand und Verstand“ wichtig. Weshalb das „People‘s Theater“ vielleicht erst der Anfang von ein
wenig Schau- und Rollenspiel-Kunst an der Anne-Frank-Schule gewesen sein könnte. WEIN
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 23.01.2026, Seite 24
Betroffene sind nicht allein
Spannender Vortrag über seltene Krankheiten / Dringlichkeit des Thema
Kelkheim – Der Abend im Golfclub Hof Hausen trägt eine klare Botschaft. Tanja Raab-Rhein bringt
sie gleich zu Beginn auf den Punkt: „Wir müssen hinschauen, zuhören – und den Betroffenen zeigen: Ihr seid nicht allein.“ Die Message ist klar: Dieser Abend wird spannend. Gemeinsam mit Professor
Jürgen R. Schäfer, Kardiologe und Leiter des Zentrums für unerkannte und seltene Krankheiten, ist die Gattin des Hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein der Einladung des Kelkheimer Lions
Clubs gefolgt. Im Clubrestaurant hält der Deutsche Dr. House, wie Schäfer auch genannt wird, weil er in seiner Lehre Fallbeispiele aus der US-TV Serie „Dr. House“ verwendete, einen Vortrag.
Thema? Unerkannte, seltene Erkrankungen. Viele Menschen leiden oft jahrelang daran, teils mit schweren Symptomen, ohne zu wissen, was ihnen fehlt.
Lions
Clubs sind weltweit agierende gemeinnützige Serviceorganisationen. Sie unterstützen politisch und weltanschaulich neutral. Auch in Kelkheim. Ziel ist es, Verantwortung zu übernehmen. Der Vortrag
soll ein medizinisches Feld beleuchten, das erst in jüngerer Vergangenheit Präsenz bekommen hat. Auch durch Tanja Raab-Rhein. Lions-Präsident Dr. Oliver Hübner stellt die Ehefrau des hessischen
Ministerpräsidenten, Vorsitzende Richterin am Landgericht Frankfurt und Schirmherrin des Fördervereins für unerkannte und seltene Erkrankungen, vor.
Tanja Raab-Rhein hatte in ihrem Umfeld Berührung mit seltenen Erkrankungen, was ihr die Dringlichkeit des Themas bewusst machte. Die Projekte ihrer Vorgängerin
Ursula Bouffier führe sie fort, erzählt sie. Als Schirmherrin des Fördervereins setze sie eigene Akzente. Seit Mai 2023 besteht der Förderverein.
Forschung vorantreiben
Professor Schäfer schildert, wie er in Marburg ein Seminar zu komplexen Krankheitsfällen initiierte, angelehnt an die bekannte amerikanische TV-Serie „Dr. House“.
„Der Hörsaal war schnell überfüllt, das Interesse wuchs und bald saßen mehr Journalisten in den Bänken als Studierende.“
Als ihm plötzlich Tausende ihre Akten und Krankengeschichten zusandten, war klar, wie wichtig Forschung auf diesem Gebiet ist. „Für viele war ich plötzlich der
letzte Rettungsanker“, erinnert sich Schäfer und untermauert die Dringlichkeit seiner Arbeit mit Zahlen und Fakten. Eine Erkrankung gelte als selten bei einer Prävalenz von 1 zu
2000.
Aber da rund 8000 verschiedene seltene Erkrankungen bekannt sind, summiert sich die Zahl der Betroffenen auf etwa vier Millionen Menschen allein in Deutschland,
darunter viele Kinder. 30 Prozent warten länger als fünf Jahre auf eine Diagnose. 40 Prozent erhalten zunächst eine Fehldiagnose und 82 Prozent bekommen ihre Diagnose erst, wenn sie schon
erwachsen sind.
Dabei ist frühzeitige Hilfe so wichtig. „Wenn wir früher diagnostizieren, verbessern wir nicht nur die Lebensqualität, sondern retten in vielen Fällen auch
Lebenszeit. Genau deshalb ist es so entscheidend, dass wir Strukturen stärken und Forschung konsequent vorantreiben“, so der Professor. Er erläutert die Arbeit von Zentren für seltene
Erkrankungen, die alle vor ähnlichen Herausforderungen stehen: eine Vielzahl an Anfragen, hochkomplexe Krankheitsverläufe, kostenintensive Diagnostik und die Notwendigkeit interdisziplinärer
Zusammenarbeit. Doch mehr Öffentlichkeit hilft.
Aufmerksamkeit schaffen Menschen wie Tanja Raab-Rhein, die ihren Bekanntheitsgrad nutzt und aus innerem Antrieb wirbt. Forschung braucht Geld. Moderne Bildgebung,
Labordiagnostik, IT-Systeme und künstliche Intelligenz eröffnen neue Wege in der Diagnosestellung. Erschwert wird die Arbeit durch Fallpauschalen, Arbeitsverdichtung, Spezialisierung der
Fachbereiche und fehlende finanzielle Unterstützung.
Als Beispiel für eine seltene Erkrankung nennt Schäfer die Stoffwechselerkrankung CTX (Cerebrotendinöse Xanthomatose), die oftmals über Jahre unerkannt bleibt,
obwohl sie behandelbar ist. Auch Kobaltvergiftungen durch Metallabrieb bei Hüftprothesen, die zu Symptomen wie Taubheit, Sehstörungen oder neurologischen Ausfällen führen können, spricht er
an.
Die Mitglieder des Lions Clubs Kelkheim, der seit 1989 besteht, hören interessiert zu. 32 Männer und Frauen treffen sich alle zwei Wochen zu Vorträgen und Austausch.
Der Club ist auch initiativ tätig. „Wir sammeln seit über zehn Jahren Hörgeräte, die dann aufbereitet in Länder der Dritten Welt versendet werden“, berichtet Oliver Hübner. Über 100 000 Hörgeräte
sind bisher zusammengekommen. ESTHER FUCHS
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 08.01.2026, Seite 22
Viele Zuhörer und Mitsänger erwünscht
Kinder- und Jugendorchester der Lukasgemeinde präsentiert Konzert mit Lions Club
Kelkheim – Die Geigen setzen ein. Zwei Celli nehmen den Klang auf. Flinke Finger gleiten über die Saiten. Gemeinsam spielen die Streicher „Feliz
Navidad“ und schaffen mit musikalisch-warmen Tönen schon heute große Vorfreude auf das, was die Kelkheimer am Freitag, 12. Dezember, erwartet.
Meeßen springt bei den Proben ein
Die Proben für das Weihnachtskonzert laufen auf Hochtouren. In der evangelischen Lukasgemeinde üben derzeit die jungen Musiker des Kinder- und Jugendorchesters von
Stephanie Weimer-Meeßen. Trotz des jungen Alters hat der Nachwuchs bemerkenswerte Musikalität. Zahlreich ist er obendrein. Kelkheim hat eine große Zahl begabter junger Orchestermitglieder. Sicher
auch wegen der Leiterin. Das Kinder- und Jugendorchester gründete Weimer-Meeßen, die selbst Violinistin ist. Sie war es, die die Kinder am Instrument begleitete und bis heute anleitet.
Mittlerweile ist es die zweite Generation, die mit Feuereifer zu den Proben kommt.
In St. Martin in Hornau werden sie schon bald zu hören sein. Dort veranstaltet der Kelkheimer Lions Club einen Abend, bei dem die über 30 jungen Nachwuchsmusiker
beider Orchester über 20 abwechslungsreiche Stücke erklingen lassen. Derzeit befindet sich Weimer-Meeßen noch auf Konzertreise und spielt selbst in Taiwan. Doch die Familie ist ohnehin sehr
musikalisch, Ehegatte Christian Meeßen nicht minder talentiert. Kurzerhand vertritt er die Gattin bei einer Probe und lobt die Musiker im Alter von 7 bis 17 Jahren, die schon auf der Zielgeraden
sind. In unterschiedlichen Formationen werden sie zu hören sein.
Dabei ist auch Leonard, zehn Jahre junger Spross der Meeßens, der seit der frühen Kindheit Geige spielt. Neben ihm Tara, seit etwa dreieinhalb Jahren begeisterte
Violinistin. Musik liegt auch in ihrer Familie. „Meine Mutter spielt Klavier und Querflöte. Mein Bruder Klavier“, berichtet die Elfjährige. Carlotta gehört mit 17 zu den Erfahrenen. „Seit der
ersten Klasse ist die Violine mein Instrument“, erzählt sie. Ihr Lieblingsstück? Die „Pastorale“ von Arcangelo Corelli. Elisabeth (14) schwärmt für „Cadence in Everlasting“ von Rossano Galante.
Alle sind sich einig: „Wir freuen uns sehr auf den Auftritt.“ Und sie wünschen sich: „Ganz viele Leute, die uns zuhören.“
Getragen von jugendlicher Energie und großer Hingabe, sollen Weihnachtsklassiker zum Mitsingen ermuntern. Neben „Feliz Navidad“ spielen sie „Rudolph the Red-Nosed
Reindeer“. Dazu werden „Angels from the Realms of Glory“, besinnliche und bekannte Stücke den Kirchenraum erfüllen und festliche Stimmung zaubern. Vergangenes Jahr spielten sie auch erfolgreich
in St. Martin. „Die Verbindung zum Lions Club kommt übrigens über Otmar Wagner“, führt Meeßen aus. Wagner war 2024 Lions-Präsident und ist Vorsitzender des Kirchenvorstands der evangelischen
Lukasgemeinde.
„Junge Menschen wissen zu begeistern“
Oliver Hübner, der den Club dieses Jahr führt, freute sich schon vor Tagen auf das besondere Konzertereignis, als er sagte: „Diese jungen Menschen wissen zu
begeistern.“ Wenn also am 12. Dezember die Musik durch die Kirche an der Rotlintallee schwingt, dann wird aus vielen Instrumenten ein großer Klang. Mitsingen ist erwünscht. Das Konzert startet um
19 Uhr bei freiem Eintritt, aber Spenden werden gerne entgegengenommen. ESTHER FUCHS
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 08.12.2025, Seite 23
Sie sind Vollblut-Musiker und -Soldaten
Lions Club erwartet mit Heeresmusikkorps besondere Gäste / Leiter räumt mit Vorurteil auf
Kelkheim – Heino Grawenhoff und Peter Ottiger haben einen Raum angemietet, um ungestört reden zu können. Die
aktiven Mitglieder wagen sich mit dem Lions Club zurück auf ein bekanntes Terrain. So hat die Initiative immer mal Konzerte organisiert, um vor allem Kinder und Jugendliche zu unterstützen. Nun
kehrt nach 2012 am Donnerstag, 6. November, das Heeresmusikkorps Kassel um 19.30 Uhr in die Stadthalle zum Benefizkonzert zugunsten von Schulprojekten in Kelkheim zurück (Einlass 18.30
Uhr).
Grawenhoff und Ottiger wollen dabei mit einer Mär aufräumen. „Die spielen nur Militärmusik“, hat Ottiger gehört. Wie gut, dass sie eine Telefonschalte zum Leiter des
Korps, Christoph Schiffers, ermöglichen. Der Hauptmann und Chef von 50 professionell ausgebildeten Bundeswehr-Musikern räumt ein, er höre solche Vorbehalte auch. Damit könne er „relativ zügig
aufräumen“. Natürlich sei „die DNA der Militärmusik die Marschmusik“. Aber: „Dazu kommen viele Sachen.“ So präsentieren sie die Bandbreite vom Barock bis in die Neuzeit, von den Originalwerken
für Blasmusik über Filmmusik und Märsche bis zu Soloinstrumenten wie einer Steel Pan, also Stahltrommel. Sie haben verschiedene Gruppen. „Unsere Combo macht Tanz- und Unterhaltungsmusik, da
können Sie mit sechs Stunden Musik von Tina Turner bis Westernhagen rechnen“, sagt Schiffers. Für den Auftritt in der Stadthalle haben sie unter anderem „Flashing Winds“, „Variations on a Theme
of Robert Schumann“, Klänge aus „Batman“, „Paris Montmartre“ und dem Musical „Milestones“, aber auch den patriotischen Kaisermarsch im Repertoire.
Ihr Ziel sei es, die Musik und damit „Gutes in die Gesellschaft zu tragen“, wie es der Leiter formuliert. „Die Bundeswehr ist ja auch Dienstleister.“ So gibt es
bundesweit 15 Musikkorps, erstmals 1956 in Dienst gestellt, mit einer deutlich älteren Tradition, und ein Ausbildungskorps in Hilden. Sie unterstehen fachlich dem Zentrum Militärmusik der
Bundeswehr in Bonn, während sie truppendienstlich den jeweiligen Teilstreitkräften oder Bereichen zugeordnet sind.
Kein Kommentar zu aktuellen Themen
Aber natürlich gehöre ebenso „die Hebung der Moral in der Truppe dazu“, so Schiffers, der seit Februar beim Orchester ist und es seit August offiziell leitet. Ebenso
wie seine Truppe ist er ausgebildeter Musiker und Kapellmeister. Nach seiner Bundeswehrzeit habe er den Kontakt nie verloren und war vor Kassel 18 Monate Stellvertretender Leiter des
Marinemusikkorps in Wilhelmshaven. Schon mit neun spielte Schiffers die Posaune, erhielt mit 17 seine erste Ausbildung zum Dirigenten. Nach seinen Studien im Dirigieren für Sinfonie- und
Blasorchester in Maastricht und Essen hat er als freiberuflicher Dirigent unter anderem mit den Bochumer Symphonikern oder dem WDR-Rundfunkchor Köln gearbeitet. Zudem war er
Kirchenmusiker.
Beistand geben Schiffers und Co. der Truppe. Bei Appellen der Bundeswehr sorgen sie für den guten Ton. Nicht selten spielen sie in Krisen- und Kriegsgebieten, etwa
Kosovo, Mali oder an Weihnachten 2024 in Litauen. Sie geben den Kräften dort „ein Stück von Heimatgefühl“. Denn Schiffers weiß: „Die psychische Gesundheit für Soldaten im Einsatz ist wichtig.“
Darüber hinaus möchte sich der Leiter nicht zu brisanten Bundeswehr-Themen wie erhöhten Rüstungsausgaben und Diskussionen über Wehrpflicht äußern. Aber er macht deutlich: Sie seien zwar
ausgebildete Musiker, aber gleichermaßen Soldaten „mit allen Rechten und Pflichten“. Da sind sie Sanitäter, wären als solche im Ernstfall gefragt. Das sei schon passiert, etwa während der
Pandemie in Impfzentren.
Neben den festen Besetzungen wie Blechbläser- und Holzbläserquintett, Klarinettenensemble, Egerländer-Gruppe sowie Tanz- und Partyband finden sich immer wieder
projektbezogene Formationen zusammen. Sie bezeichnen sich als „klingende Visitenkarte der Bundesrepublik Deutschland“, die an internationalen Musikshows wie dem Royal Edinburgh Military Tattoo
und dem Virginia International Tattoo sowie Konzertreisen nach Mexiko und ins europäische Ausland teilgenommen hat.
Wenn ihnen nach Konzerten die Menschen „Danke sagen, dass ihr uns gute Musik macht“, freut sich Schiffers mit seinem Team in weltweiten Krisenzeiten über ein Stück
Normalität. Der Bundeswehr-Jargon ist aber stets präsent, wenn die Konzerteinladung bei ihnen ein „Marschbefehl“ ist, er eine „militärische Einheit“ führt und „Kompaniechef“ ist. Bundesweit gibt
es 15 Musikkorps, die einander teils in ihren Regionen vertreten. Die Kasseler Truppe ist am 28. Oktober in Lippstadt, einen Tag später in Bad Driburg und am 5. November in Karben zu hören. In
Kelkheim kosten die Karten 20 Euro für Erwachsene und ermäßigt (bis 18 Jahre) 15 Euro. Vorverkaufsstellen sind bei der Buchhandlung Tolksdorf, Viola’s Bücherwurm, der Hornauer Apotheke und der
Sonnen-Apotheke Münster sowie Schreibwaren Sulikowski Liederbach. Hessens Justizminister Christian Heinz ist Schirmherr.WEIN
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 25.10.2025, Seite 28
Wochenend-Autos und Bürgermeister-Essen
Gut 300 Preise für Adventskalender von Lions und Rotariern / Verkauf startet, Erlös für Kinder und Jugend
Kelkheim – Zum 14. Mal startet im November der Verkauf des Adventskalenders. Diese Aktion hat inzwischen Tradition, sie wird seit jeher von
zahlreichen Unternehmen in und um Kelkheim sowie von den treuen Käufern aktiv mitgetragen. Die beiden Initiativen in der Möbelstadt, der Lions Club und der Rotary Club, freuen sich über diese
Unterstützung und sind wieder zufrieden mit den Kalender-Gewinnen.
Gewinne für gut 23000 Euro
Trotz stagnierender Konjunktur und den Auswirkungen des Ukraine-Krieges sei die Spendenbereitschaft wieder groß gewesen. Rund 300 Preise konnten die Mitglieder
beider Clubs einwerben, die einem Wert von etwa 23000 Euro entsprechen. Auch die Druckkosten konnten über Spenden finanziert werden.
Das Titelbild, das bei einem Wettbewerb innerhalb des Privatgymnasiums Dr. Richter ausgewählt wurde, stammt von Hanna Scharwat aus der Klasse 8b, während die Hintergrundbilder
für jeden Kalendertag von Schülern aus den Klassen 5b und d, 6d, 8b sowie 10a gestaltet wurden. Ein Hauptpreis ist ein Reisegutschein im Wert von 1000 Euro, dazu kommen mehrere Apple iPads und
iPods, ein Samsung Tablet, Karten für den Tigerpalast, einen BMW und einen Porsche für ein Wochenende, ein Abendessen mit Bürgermeister Albrecht Kündiger, mehrere digitale Jahres-Abos für das
Höchster Kreisblatt (in dem auch die Gewinner dann täglich wieder veröffentlicht werden) und die FAZ, Restaurant-Gutscheine und vieles mehr.
Von „Klasse 2000“ bis Medientraining
Der Erlös aus dem Verkauf von 5 Euro pro Kalender, wobei alle 5000 wieder verkauft werden sollen, wird von beiden Clubs für die Förderung von Kindern und
Jugendlichen aus dem Raum Kelkheim verwendet. Der Lions Club setzt zum Beispiel sein Programm „Klasse 2000“ fort, das der Entwicklung deren Persönlichkeit dient, fördert das Medienprojekt in der
Grundschule „Sindlinger Wiesen“, unterstützt das Theaterprojekt der Anne-Frank-Schule, eine Autorenlesung in der Pestalozzi-Schule und einiges mehr. Der Rotary Club wird „Make Dreams Real“
fortsetzen und über dieses Programm Schulen und Jugendorganisationen in Kelkheim unterstützen. Es konnte seit 2015 rund 50 Kinder- und Jugendprojekte unterstützen. Dies reicht von der
Finanzierung von Pausenspielzeug, über Social-Media-Trainings in Grundschulen bis zur Förderung von Deutschkursen für Flüchtlingskinder.
Jeder Kalender hat eine Nummer. Die Gewinne werden unter notarieller Aufsicht gezogen, ab 1. Dezember bei www.adventskalender-Kelkheim.de und im Höchster Kreisblatt veröffentlicht. Abzuholen sind die Preise unter Vorlage des entsprechenden Kalenders in der Grünen
Apotheke. Die Verkaufsstellen sind die Buchhandlung Tolksdorf, Viola’s Bücherwurm, die Apotheke am Markt, Grüne Apotheke, Hornauer Apotheke, Sonnenapotheke, Lotto Kiosk „Glückskurve“, in
Fischbach Micha’s Lädchen, in Liederbach die Buchhandlung „Kolibri“ und Schreibwaren Sulikowski. Außerdem gibt es vom 1 . bis 26. November beim Wochenmarkt mittwochs und samstags, 9 bis 13 Uhr,
einen Verkaufsstand. RED
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 24.10.2025, Seite 22
Viel mehr als Marschmusik –
Heeresmusikkorps Kassel kommt nach Kelkheim
Kelkheim (kez) –Musik, die bewegt und die Menschen verbindet: Wenn das Heeresmusikkorps Kassel am 6. November die Bühne der
Kelkheimer Stadthalle betritt, dürfen sich Besucherinnen und Besucher auf ein Konzert freuen, das mehr ist als nur ein musikalisches Erlebnis. Unter der Leitung von Christoph Schiffers verspricht
das Orchester einen Abend, der Herz und Seele gleichermaßen berührt.
Die Heeresmusikkorps der Bundeswehr sind fest in die Struktur der Streitkräfte
eingebunden – doch ihre Aufgabe geht weit über militärische Zeremonien hinaus. Sie sind Botschafter in Uniform, Brückenbauer zwischen Bundeswehr und Gesellschaft. Durch Auftritte im In- und
Ausland, bei Benefizkonzerten und kulturellen Veranstaltungen bringen sie Menschen zusammen– mit Musik als universeller Sprache.
So entstand auch die enge Verbindung zwischen dem Lions Club Kelkheim und dem Heeresmusikkorps Kassel. Der Erlös des
Konzerts kommt Projekten des Vereins der Freunde Lions Kelkheim e. V. zugute, die sich für Kinder und Jugendliche in der Region engagieren. Die Schirmherrschaft übernimmt der hessische
Justizminister Christian Heinz.
Von Klassik bis Pop
Wer glaubt, das Heeresmusikkorps spiele ausschließlich Marschmusik, wird überrascht
sein: Das Programm ist so vielfältig wie das Publikum selbst. Von klassischen Meisterwerken über gefühlvolle Songs bis hin zu mitreißenden Pop-Melodien – die Musikerinnen und Musiker spannen
einen musikalischen Bogen, der alle Generationen begeistert. Nur ein einziger Marsch wird erklingen.
Seit Jahren begeistern die Heeresmusikkorps ein breites Publikum wie im großen Saal in
der Berliner Philharmonie, wo sie regelmäßig zugunsten des Wiederaufbaus des Berliner Schlosses auftreten. Auch das Kasseler Ensemble ist in vielen hessischen Städten zu hören und erfreut sich
großer Beliebtheit.
Eintrittskarten sind im Vorverkauf für 20 Euro (Jugendliche bis 18
Jahre: 15 Euro) erhältlich: in Kelkheim bei der Buchhandlung Tolksdorf, Violas Bücherwurm, Hornauer Apotheke, Sonnenapotheke sowie in Liederbach bei Schreibwaren Sulikowski. An der Abendkasse
kostet eine Karte 22 Euro. Online-Reservierungen sind über www.lions-kelkheim.de/veranstaltungen/ möglich.
Quellenangabe: Kelkheimer Zeitung vom 17.10.2025, S.
2
„Ich möchte die PS, die wir haben, auf die Straße bringen“
Oliver Hübner ist als jüngstes Mitglied schon Präsident im Lions-Club
Hornau – „Das ist Nachwuchsförderung“, sagt Peter Ottiger mit einem Augenzwinkern. Er war schon Präsident des Lions Clubs Kelkheim und ist jetzt
für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Mit dem „Nachwuchs“ meint er Oliver Hübner. Der Hornauer ist mit 46 Jahren mit Abstand der Jüngste im Club – aber bereits nach knapp drei Jahren
Mitgliedschaft zum Chef gekürt worden. So hat sein Motto auch moderne Züge: „Bewährtes bewahren, Neues wagen – ,Next Generation‘“. Beim Treffen im Clublokal im Hof Hausen formuliert es Hübner so:
„Ich möchte den Club in die Zukunft drehen, in dem man versucht, ihn zu verjüngen.“ Denn ebenso wie Ottiger räumt er ein, dass sie „von der Mitgliederstruktur eher fortgeschritten“
seien.
Deswegen seien die Lions aber kein altbackener Club, betont Hübner. Er wolle „mit Klischees aufräumen“, denn „elitär, verstaubt und selbst beweihräuchernd“ seien sie auch nicht. „Das sind
Menschen, die mitten im Leben stehen.“ Und diese bunte Mischung gefällt dem Präsidenten. Da sei er, nachdem ihn ein Nachbar angesprochen hatte, gerne geblieben. Seit 2018 lebt er in Hornau, eine
„lokale Verwurzelung“ sei ihm wichtig.
Jurist mit Kanzlei und Ehrenamtler
Denn Hübner, von Beruf Jurist mit Kanzlei mit Partnerin für Immobilienrecht in Frankfurt, packt ehrenamtlich gerne an. Mit seiner Frau, die er im Studium
kennengelernt hat und Richterin am Landgericht ist, hat er für die Roland-Berger-Stiftung ein Kind von der 5. Klasse bis zum Abitur mit Lernhilfe begleitet. Hübner ist Prüfer für das 2.
Staatsexamen in Jura, in der Konrad-Adenauer-Stiftung bei der Aufnahme von Stipendien involviert und hat einen Lehrauftrag Jura an der FU Berlin. Er stammt aus Saarbrücken, ist seit 20 Jahren im Rhein-Main-Gebiet. Auch wenn er sich in Kelkheim und Frankfurt sehr wohl fühle, schlage sein Herz etwa beim Fußball mit dem 1. FC Saarbrücken „noch
immer für das Saarland“, sagt der Lions-Chef.
Beim Ehrenamt schlägt es nun aber für Kelkheim und die Projekte der „Löwen“. Gerade in Schulen, etwa mit Förderung der Initiative „Klasse 2000“, sind sie präsent.
International unterstützen sie ein Vorhaben in Tansania. Zudem sind die Kelkheimer bundesweit für die „Hilfe für kleine Ohren“ beauftragt, acht Mitglieder sammeln jeden Monat um die 1000 gebrauchte Hörgeräte ein,die weltweit großen Nutzen haben
können. In der Stadt gibt es zum Beispiel Zuschüsse für Veranstaltungen
wie das Suppenfest, für den neuen inklusiven Spielplatz im Mühlgrundpark, für die neue Anlaufstelle der „Tafel“.
Hübner hat ein buntes Programm für die internen Clubabende ausgearbeitet, das die Gesellschaft abbildet – vom Bundesgerichtshof über die Bundespolitik, neuen Büchern bis zu seltenen Erkrankungen
und dem Besuch der „Kronberg Academy“ mit Konzert. Öffentlich sind die Lions auch unterwegs, allen voran am 6. November mit dem Auftritt des Heeresmusikkorps der Bundeswehr oder am 12. Dezember
mit dem Konzert des Kinder- und Jugendorchesters der Lukasgemeinde. Zudem sind sie beim Weihnachtsmarkt in Münster zu finden, organisieren einen Neujahrsempfang und präsentieren mit dem Rotary
Club ihren erfolgreichen Adventskalender. Hier sieht Hübner sogar „Erfolgsdruck“, möchte die Zahl der Preise und Erlöse für Kinder und Jugendliche (rund 22000 Euro im Jahr für beide Clubs)
mindestens halten.
Heeresmusikkorps und Adventskalender
Die Kelkheimer Lions schätzt Ottiger als „sehr harmonisch“, Hübner lobt den „sehr starken inneren Kontakt“, mit internen Gruppen fürs Skat- und
Doppelkopf-Spiel, Museumsbesuchen oder dem „geistigen Wandern“. Ein „Scheckbuch-Club“, in dem jeder einfach viel spendet, seien sie keinesfalls. Dass sie sich vor zwei Jahren auch den weiblichen
Mitgliedern geöffnet haben, sei damals zwar diskutiert, längst aber akzeptiert und gelebt worden, so das Duo.
Schade findet es Hübner mitunter, dass „viele Prozesse relativ bürokratisch“ seien. Und deshalb formuliert er sein Ziel so: „Ich möchte die PS, die
wir haben, auf die Straße bringen.“ Der Club soll darüber hinaus breiter wahrgenommen werden, die Internetseite werde daher aufgefrischt. Hübner selbst, der einen Sohn (11) hat, ist ebenso
sportlich unterwegs: beim Radfahren, Fitness und Golf. Und so hat er auch noch ein kleines Golf-Charityturnier geplant. WEIN
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 04.10.2025, Seite 28
Knallblaues Sonnensegel für Kinderschutz
Lions unterstützen Pestalozzi-Schule / Werbung für Kalender beginnt
Kelkheim – „Der Klimawandel macht auch vor Kelkheim nicht halt. Die Sommer werden immer wärmer. Darunter leiden
insbesondere kleine Kinder, die noch kein Bewusstsein für die Gefahren durch die Sonne entwickelt haben.“ Das wissen auch die Mitglieder vom Lions Club und haben deshalb eine Maßnahme zum Schutz
der Kinder unterstützt. Der Schulhof der Pestalozzi-Schule werde nur zum Teil durch Bäume beschattet. Deshalb hat die Schule nun ein fünf mal sechs Meter großes Sonnensegel bekommen. Die
Bodenfläche ist mit Holzschnitzeln belegt. „Die Kinder benutzen diesen neuen schattigen Platz sehr gerne. Es wird überlegt, später eventuell ein zweites Sonnensegel aufzubauen“, berichtet der
Lions Club. Präsident Otmar Wagner, Wiebke Knabe, zuständig für die Kooperation mit Schulen, sowie Pressereferent Peter Ottiger haben das Segel nun offiziell an Schulleiterin Julia Herrmann
übergeben.
Seit Jahren besteht eine enge Kooperation zwischen dem Lions Club und der Pestalozzi-Schule. So wurden Autorenlesungen finanziert, um die Lesefreude zu fördern. Die
Schüler verkaufen Plätzchen am Stand der Lions beim Weihnachtsmarkt in Münster, und sie haben Bilder für den Kelkheimer Adventskalender gemalt. Bei der Planung des Sonnensegels wurde der Lions
Club angesprochen. Die Zusage habe dann die Verhandlungen der Schule mit der Kreisverwaltung erleichtert. Der Kreis übernahm 80 und der Verein der Freunde Lions Kelkheim 20 Prozent der Kosten von
insgesamt rund 5000.
Die
Kelkheimer Lions blicken nun bereits auf das nächste Projekt in Kooperation mit dem Rotary Club voraus, das bei Sommer, Sonne und 30 Grad noch etwas fern ist: Es geht um den Kelkheimer
Adventskalender. „Um im November den Adventskalender den Interessenten anbieten zu können, müssen die Vorbereitungen dazu rechtzeitig angestoßen werden“, betont Ottiger. Das Projekt sei 2024
wieder ein „voller Erfolg“ gewesen. 311 Preise im Gesamtwert von rund 25600 wurden gespendet. „Die Anzahl der Preise ist zwar leicht gesunken, dafür ist deren Wert um insgesamt rund 3000 Euro
gestiegen.“ Wie in den Vorjahren wurden alle 5000 Adventskalender verkauft, was zu Erlösen von rund 25000 Euro führte. Die Nettoeinnahmen werden wie bisher zwischen den beiden Clubs geteilt und
für die Förderung von Jugend- und Schulprojekten in Kelkheim verwendet.
Nun sprechen die Mitglieder des Lions und Rotary Clubs Kelkheim wieder Spender und Sponsoren an und hoffen auf ähnliche Unterstützung wie in den Vorjahren. Die Lions
werden mit den Erlösen unter anderem das Projekt „Klasse 2000“ mit drei Kelkheimer Schulen fortsetzen. Es dient der Gesundheitsförderung und der Entwicklung der Persönlichkeit von Kindern und
Jugendlichen, „was angesichts der zunehmenden Gewalt in Schulen umso wichtiger erscheint“, so die Lions. Darüber hinaus wird die Max-von Gagern-Schule Erste-Hilfe-Kurse durchführen, in der
Grundschule Sindlinger Wiesen werden die Viertklässler im sinnvollen und gefahrlosen Umgang mit Medien unterrichtet. Der Rotary Club wird vor allem das Projekt „Make dreams real“ unterstützen.
Dies reicht von der Vorbereitung von Jugendlichen auf die Berufswelt, über Sprachkurs und Schul-Projekte zur Medienerziehung bis zur Förderung der Kelkheimer Stadtbibliothek.
WEIN/RED
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 21.06.2025
Mit Herz und Engagement: Kelkheimer
Adventskalender 2025
Kelkheim (kez/ju)–Wer im Juni an Weihnachten denkt, ist entweder sehr gut organisiert – oder Teil des Teams, das den Kelkheimer
Adventskalender plant. Denn während draußen der Sommer beginnt, laufen hinter den Kulissen bereits die Vorbereitungen für ein Herzensprojekt, das Kelkheim seit Jahren mit Freude und Sinn erfüllt:
den Kelkheimer Adventskalender.
Der Adventskalender ist längst viel mehr als ein Kalender mit Türchen – er ist ein
Symbol für Zusammenhalt, für Großzügigkeit und für die Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. 2024 war erneut ein voller Erfolg: 311 Preise im Gesamtwert von rund 25.600 Euro wurden
gespendet – etwas weniger in der Anzahl, dafür mit spürbar höherem Wert. Alle 5.000 Kalender waren ausverkauft, sodass ein Reinerlös von rund 25.000 Euro erzielt werden konnte. Eine Summe, die
direkt und ohne Umwege Kelkheimer Kindern und Jugendlichen zugutekommt.
Was macht den Kelkheimer Adventskalender so besonders? Es ist die Gemeinschaft, die dahintersteht: Der
Lions Club Kelkheim und der Rotary Club Kelkheim, die das Projekt jedes Jahr mit Leidenschaft und Engagement umsetzen – und vor allem die Menschen und Unternehmen, die spenden, helfen,
mitmachen.
Jetzt, im Sommer, beginnt wieder die Zeit, in der Sponsoren angesprochen, Preise gesammelt und neue
Ideen entwickelt werden. Beide Clubs setzen darauf, dass auch 2025 viele Unterstützer an ihrer Seite stehen werden. Schon jetzt ein herzliches Dankeschön an alle, die mit ihrem Beitrag zeigen,
wie stark Kelkheim zusammenhält.
Denn was mit dem Adventskalender möglich wird, ist weit mehr als nur festliche
Vorfreude. Die Erlöse des Lions Clubs fließen unter anderem in das Projekt „Klasse 2000“, das an drei Kelkheimer Schulen durchgeführt wird. Es stärkt die Gesundheit und die Persönlichkeit von
Kindern – ein unschätzbarer Wert in einer Zeit, in der viele Kinder mit zunehmenden Belastungen konfrontiert sind. Erste-Hilfe-Kurse, Medienkompetenz-Workshops, ein Sonnensegel für den Schulhof –
viele kleine Bausteine, die das Leben unserer Kinder sicherer, klüger und schöner machen.
Der Rotary
Club wird auch 2025 das bewährte Projekt „Make dreams real“ weiterführen. Seit 2015 hilft es dabei, Träume Wirklichkeit werden zu lassen – sei es durch Sprachförderung, Medienprojekte, berufliche
Orientierung oder kulturelle Teilhabe. Es geht darum, Kinder und Jugendliche zu stärken, Chancen zu eröffnen, Perspektiven zu schenken.
Hinter all dem steckt ein Gedanke, der uns durch das ganze Jahr tragen darf: Jede Tür, die sich im Advent öffnet,
kann auch im Leben ein Tor zu etwas Neuem, Besserem sein.
Der Kelkheimer Adventskalender ist dafür das schönste Beispiel – und wir freuen uns
auf ein weiteres Jahr voller Offenheit, Hilfsbereitschaft und vorweihnachtlicher Wärme. Auch wenn der Dezember noch weit entfernt scheint: Das, was ihn so besonders macht, beginnt schon jetzt –
im Herzen unserer Stadt.
Quellenangabe: Kelkheimer Zeitung vom 20.06.2025, S. 6
Lions Club Kelkheim: Engagement für die Gesellschaft und ein starkes
Zeichen für Demokratie
Kelkheim (ju) – Die Mitglieder des Lions Clubs Kelkheim sind seit Jahrzehnten eine feste Größe im sozialen Engagement –
sowohl in ihrer Stadt als auch weit darüber hinaus. Seit 1989 setzen sich die „Löwen“ mit Leidenschaft für Menschen ein, die Unterstützung brauchen, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Ihr
Ziel: Nicht nur kurzfristige Hilfe leisten, sondern aktiv und nachhaltig etwas bewegen. Beim Neujahrsempfang des Clubs im Rathaus machte Präsident Otmar Wagner deutlich, wie wichtig Zusammenhalt
ist: „Wenn jeder mitmacht, kann etwas bewegt werden.“ Seine Worte sind ein Dank an alle Mitglieder und an die Stadt Kelkheim, die den Club und seine Projekte tatkräftig
unterstützt.
Neues Veranstaltungsformat für mehr Austausch
Der Neujahrsempfang fand diesmal in der Cafeteria des Rathauses statt – eine bewusste Abkehr von den eher steifen
Restaurantveranstaltungen der vergangenen Jahre. Statt förmlichem Sitzarrangement gibt es Stehtische, die eine lockere Atmosphäre fördern. Das Club-Motto „We serve“ prangt auf einem Aufsteller,
der den Raum schmückt – eine Erinnerung daran, dass die Lions Clubs weltweit für soziales Engagement und gesellschaftlichen Zusammenhalt stehen. In mehr als 200 Ländern setzen sich Menschen in
solchen Serviceclubs für eine bessere Welt ein, und auch in Kelkheim ist das 32-köpfige Team mit Herzblut dabei.
Heinz betonte die Bedeutung von Demokratie und Justiz
Ein Höhepunkt des Nachmittags war die Rede von Hessens Justizminister Christian Heinz. Trotz eines straffen Terminplans nahm er sich Zeit für die Lions und würdigte ihr
Engagement und ihr Einstehen für die Demokratie. „Ihr Wertekodex geht mit unserer Verfassung d‘accord und das ist gut so“, lobte der Justizminister. Besonders hob er hervor, dass der Club gelebte
Solidarität und Gemeinschaftssinn in der Praxis zeige – Werte, die in unserer Gesellschaft unverzichtbar sind. Gleichzeitig betont Heinz die Rolle einer unabhängigen Justiz als Grundpfeiler der
Demokratie: „Eine freie Justiz ist das Rückgrat unserer Demokratie und Garant für unsere Freiheit.“ Er stellte auch klar, dass die Justiz, gerade in Hessen, wieder strenger bei Verurteilungen
geworden sei und betonte, dass die Zahl der Häftlinge in den letzten 30 Jahren um ein Drittel zurückgegangen sei. Durch neue Regeln schaffe man es inzwischen aber, das Bewusstsein in der
Bevölkerung zu schärfen. „Dunkelfelder werden intensiver beleuchtet,zum Bespiel im Bereich der häuslichen Gewalt, dadurch kommt es zu mehr Verurteilungen.
Die Mitmenschen schauen inzwischen bewusster hin“, lobte Heinz. Zum Abschluss appellierte er nicht nur an die Anwesenden: „Schauen Sie zuversichtlich ins neue Jahr. Sie tragen dazu bei, dass
Kelkheim eine so lebenswerte Stadt ist.“
Mit einer Stimme sprechen
Seine Worte fanden auch bei Kelkheims Bürgermeister Albrecht Kündiger Anklang, der den Lions Club als Ort der
Gemeinschaft lobt. Mit Blick auf die bevorstehenden Bundestagswahlen warnt er vor Protestwahlen und fordert eine Politik, die entschlossen handelt und das Vertrauen der Bürger zurückgewinnt.
„Ihre Vereinigung wird hier in Kelkheim so positiv gesehen, Sie sind Multiplikatoren und sind sich Ihrer Verantwortung bewusst. Machen Sie bitte so weiter“, würdigte das Stadtoberhaupt die Arbeit
der Clubmitglieder.
Er zeigte sich erschüttert über den derzeitigen Zustand der Welt. Ein Krieg, der in
Europa tobt, Menschen, die einfachen Parolen erliegen, soziale Medien, die Unwahrheiten verbreiten – dies alles trage dazu bei, dass Grundgerüst unserer Demokratie zu destabilisieren. Gerade in
Hinblick auf die im Februar stattfindende Bundestagswahl wünschte er sich einen besseren Zusammenhalt der demokratischen Parteien. „Wir müssen mit einer Stimme sprechen, sonst kommen wir gegen
die Antidemokraten nicht an. Eine stabile Mehrheit muss ran, um das demokratische Grundgerüst zu erhalten.“
Soziale Projekte und ein Blick in die Zukunft
Doch der Neujahrsempfang war nicht nur eine Bühne für politische Statements – er war auch ein Ort des Austauschs.
Bei kleinen Häppchen und anregenden Gesprächen vernetzen sich die Gäste und diskutieren zukünftige Projekte. Dazu gehören die Unterstützung der Ganztagsbetreuung an der Max-von-Gagern-Schule und
das Afrika-Projekt des Clubs: ein Krankenhaus mit Fortbildungszentrum in Tansania, das derzeit von Mitgliedern besucht wird. Auch der beliebte Adventskalender, den die Lions seit 2012 gemeinsam
mit dem Rotary Club herausgeben, wird 2025 erneut erscheinen.
Mit Tatendrang, Gemeinschaftssinn und einem klaren Ziel vor Augen startet der Lions Club Kelkheim also ins neue Jahr. Ihr Engagement zeigt: Veränderung beginnt
vor Ort – und kann von dort aus die Welt ein Stück besser machen.
Quellenangabe: Kelkheimer Zeitung vom 31.01.2025, S. 6
Mitmachen und etwas bewegen
Lions Club empfängt Justizminister und geht
gemeinsam in soziale Projekte
Kelkheim -Die „Löwen“ treffen seit 36 Jahren
demokratisch Entscheidungen für wohltätige Aktionen vor Ort und in der Welt. „Seit 1989 engagieren wir uns für Menschen in Kelkheim, die Hilfe brauchen. Besonders die Kinder und Jugendlichen
liegen uns am Herzen. Es ist unser Ziel, etwas zu bewegen. Hier vor Ort und darüber hinaus“, unterstreicht der amtierende Präsident Otmar Wagner beim Neujahrsempfang des Lions Clubs. Er richtet
seinen Dank an alle Mitglieder und die Stadt: „Wenn jeder mitmacht, kann etwas bewegt werden.“
Neues Konzept an anderem Ort
In der Caféteria des Rathauses herrscht an diesem Nachmittag eine warme und erwartungsvolle Atmosphäre. Stehtische sind
arrangiert, an denen die Gäste locker beisammen sind. Vor dem Ausgang zur Terrasse mit Panoramablick ist ein Aufsteller dekoriert, der Hinweis auf den Gastgeber gibt. Vor blauem Untergrund hebt
sich der gelbe Löwenkopf ab. Dazu die Aufschrift „We serve“, zu deutsch „wir dienen“. Es ist das Motto der international agierenden Lions Clubs. Vereinigungen, die sich in einem weltweiten
Netzwerk für Sozialprojekte und eine bessere Gesellschaft einsetzen. In über 200 Ländern engagieren sich Menschen in solchen Serviceclubs. Viele Städte weisen durch ein Schild am Ortseingang auf
ihren Lions-Club hin.
Auch in Kelkheim haben sich die 32 Frauen und Männer seit Jahren zusammengefunden, bringen
sich als Gruppe sozial ein. „Wir treffen uns seit Anbeginn zum Neujahrsempfang“, erzählt Wagner. Der Club pflegt über die Projektarbeit einen guten Draht zum Rathaus. Deshalb das neue Format in
der Caféteria, früher waren sie in Restaurants. „Das war sehr förmlich. Alle mussten sitzen. Hier ist ein lockereres Zusammensein möglich“, so Wagner.Clubmitglieder und Gäste sind denn auch zahlreich gekommen.
Gastredner ist Hessens Justizminister Christian Heinz. Er hat an diesem Tag schon zwei Neujahrsempfänge in seiner Heimatstadt
Eppstein und Liederbach hinter sich, ist aber noch voller Einsatzfreude bei den Lions. Das Engagement der Initiative würdigt der Ehrengast. Und ihr Verhalten als Gruppe. Heinz hebt demokratische
Werte hervor und betont dann als Hessens Justizminister die Bedeutung einer unabhängigen Justiz für unsere Gesellschaft. Eine freie Justiz sei Rückgrat der Demokratie und Garant für Freiheit. An
den Kelkheimer Lions Club gerichtet, lobt er die Arbeit, die hier im Kleinen Solidarität und Zusammenhalt beweise.
Bürgermeister Albrecht Kündiger schließt sich dem an. „Der Lions Club ist ein Ort der
Gemeinschaft“, lobt er und mahnt ebenfalls, die Grundfeste der Demokratie zu schützen. „Es ist unsere Aufgabe, klare Entscheidungen zu treffen und die Bürger ernst zu nehmen. Nur so schaffen wir
ein stabiles Fundament.“ Mit Blick auf die anstehenden vorgezogenen Bundestagswahlen macht er deutlich: „Protestwahlen lösen keine Probleme. Was wir brauchen, ist eine Regierung, die entschlossen
handelt und das Vertrauen der Menschen zurückgewinnt.“
Politiker erinnern anGrundfesten
Neben den Reden kommen die Gäste bei Häppchen und angeregten Gesprächen zusammen. Die lockere Atmosphäre bietet Raum, um sich über Projekte
auszutauschen. Beispielsweise die Förderung der Ganztagsbetreuung an der Kelkheimer Max-von-Gagern-Schule oder das Afrika-Projekt, ein Krankenhaus mit Fortbildungszentrum in Tansania, das
demnächst von Clubmitgliedern besucht wird. Den beliebten Adventskalender, den der Club seit 2012 gemeinsam mit dem Kelkheimer Rotary Club herausgibt, soll es auch 2025 wieder geben. Mit
Optimismus und Tatendrang blicken die Mitglieder des Lions Clubs Kelkheim beim Empfang ins neue Jahr. Gemeinsam wollen sie das Leben in ihrer Stadt und auch darüber hinaus weiterhin positiv
gestalten.
ESTHER FUCHS
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 21.01.2025, Lokales
Ein Abend voller Magie: Das Kinder- und Jugendorchester der evangelischen Paulusgemeinde verzaubert die Martinskirche
In der gut gefüllten Martinskirche gelang es dem Kinder- und Jugendorchester der evangelischen Paulusgemeinde, den Zauber der Weihnacht zu verbreiten.Fotos: Judith Ulbricht
Kelkheim (ju) – Wenn Musik Herzen
berührt, wenn jeder Ton den Raum mit Wärme füllt und Menschen zusammenbringt, dann entsteht etwas Magisches. Genau diese Magie war am Abend des Benefizkonzerts des Lions Clubs Kelkheim in der
Martinskirche in Hornau spürbar. Mit dem Kinder- und Jugendorchester der evangelischen Paulusgemeinde als Herzstück und der beeindruckenden Akustik der historischen Kirche wurde das Konzert zu
einem unvergesslichen Ereignis. Gut gefüllt mit Jung und Alt wurde den etwas frostigen Temperaturen in dem Gotteshaus getrotzt, sollte die Musik doch für innere Wärme sorgen.
Ein Trompetensolo voller Kraft und Emotionen
Besonders kraftvoll war die Darbietung der Genesis – einer Komposition, die für ihre Dynamik und emotionale Tiefe bekannt ist. Das herausragende Trompetenspiel
fesselte das Publikum und ließ die Bedeutung jedes einzelnen Tons spüren. Die Trompete, mal sanft und mal gewaltig, erzählte eine Geschichte, die sich in der Stille zwischen den Noten
ausbreitete. Die Besucher lauschten gebannt, fasziniert von der Perfektion des Spiels und der Intensität, die die Kirche erfüllte. Es war, als würde die Musik den Raum atmen lassen und die Herzen
der Zuhörer in Einklang bringen.
Zauberhafte Welten mit der Musik von Frozen
Ein weiteres Highlight war die Filmmusik aus Frozen. Schon mit den ersten Klängen wurde die Martinskirche in eine
Winterwelt voller Zauber und Magie verwandelt. Besonders das weltbekannte Lied „Let It Go“ begeisterte Jung und Alt gleichermaßen. Der mitreißende Vortrag des Orchesters war so lebendig und
ausdrucksstark, dass man beinahe die Schneeflocken vor sich tanzen sehen konnte. Und als das Publikum schließlich begann, eifrig mitzusingen, war es, als ob die Mauern der Kirche den Gesang
aufnahmen und die Freude der Anwesenden widerhallten. Der Moment, in dem alle Stimmen zu einer wurden, war pure Gänsehaut – nicht nur bei dem Frozen-Medley.
Der Nikolaus bringt die Magie
Besonderen Zauber versprühte auch die „Weihnachtsbäckerei“, in die alle Zuhörer
eintauchten – es roch förmlich nach Zimt und frisch gebackenen Plätzchen. Mit Inbrunst sangen nicht nur die kleinen Besucher mit, auch Mama und Papa, Oma und Opa stimmten ein in den
Kinderliedklassiker. Und was war das? Ein Klopfen an der schweren Tür. Der Nikolaus stattete der Kirche einen Besuch ab. Als er da im roten Gewand, mit langem Bart und einem Sack voller
Überraschungen vor den Kindern stand, sah man in den Gesichtern eine Mischung aus Ehrfurcht, Freude und Staunen. Für sie ist der Nikolaus mehr als nur eine Figur – er verkörpert Güte und die
Belohnung für ihr gutes Verhalten. Doch auch kleine Ermahnungen, liebevoll vorgetragen, gehören oft dazu, und selbst das wird mit großen Augen und ehrlichem Herzen aufgenommen.
Dieser Moment schafft Erinnerungen, die ein Leben lang bleiben. Kinder erleben,
dass Traditionen etwas Verbindendes und Schönes sind. Sie lernen, dass das Teilen und Geben – die Werte, die der Nikolaus symbolisiert – genauso wichtig sind wie das Beschenktwerden. Die Freude,
mit anderen Kindern Geschichten vom Nikolaus zu teilen oder den Duft von Mandarinen und Schokolade zu genießen, verstärkt dieses Gefühl von Wärme und Geborgenheit.
Der Besuch des Nikolaus ist für viele Kinder der erste Kontakt mit dem Glauben an etwas Größeres, das Gutes in die
Welt bringt. Es ist ein Moment, in dem Fantasie und Realität miteinander verschmelzen, und die leuchtenden Augen zeigen: Es ist nicht nur ein Mann im Kostüm – es ist der Zauber des Glaubens an
das Gute, der in ihren Herzen lebendig wird.
Eine Botschaft der Hoffnung und des Zusammenhalts
Das Benefizkonzert war jedoch nicht nur ein musikalisches Ereignis, sondern auch ein Ausdruck von Gemeinschaft und
Solidarität. Der Lions Club Kelkheim, bekannt für sein Engagement in sozialen Projekten, hatte das Konzert organisiert, um Spenden für das Kinderhospiz Bärenherz zu sammeln. In der festlichen
Atmosphäre der Martinskirche war die Botschaft klar: Musik hat die Kraft, Brücken zu bauen und Menschen zu verbinden.
Das Kinder- und Jugendorchester der Paulusgemeinde spielte mit einer Leidenschaft, die
nicht nur technisches Können, sondern vor allem Herzblut zeigte. Der Funke sprang über, und die Musik wurde zu einem Erlebnis, das die Besucher nicht nur hörten, sondern fühlten.
Ein Abend, der lange nachhallt
Als das Konzert endete, blieb ein Gefühl von Wärme und Dankbarkeit zurück. Die Zuschauer verließen die Kirche mit
leuchtenden Augen, erfüllt von den Klängen, die die Martinskirche zum Leben erweckt hatten.
Dieses Konzert war mehr als ein musikalischer Abend – es war eine Reise in emotionale Welten, ein Moment des Innehaltens in der Vorweihnachtszeit und ein
kraftvoller Beweis dafür, was Musik bewirken kann. Dank der Talente des Kinder- und Jugendorchesters und der Unterstützung des Lions Clubs wird dieser Abend noch lange in den Herzen aller
nachklingen.
Quellenangabe: Kelkheimer Zeitung vom 13.12.2024, Seite 5
Adventskalender: Preise für 25 600 Euro
Kelkheim - Diese Zahl soll nur Glück bringen: Der Lions Club und der Rotary Club verkaufen bereits zum 13. Mal
den gemeinsamen Adventskalender. Diese Aktion war bisher „eine Erfolgstory“, wie sie betonen. „Die nach wie vor bestehenden allgemeinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten und der immer noch
dauernde Überfall Russlands auf die Ukraine, die zu einer allgemeinen Verunsicherung führten, haben die Unterstützung der Spender und Sponsoren nicht beeinträchtigt.“ Die Helfer haben 311 Preise
für 25 600 Euro eingeworben. Das seien zwar weniger Gewinne als im Vorjahr, deren Wert aber um rund 3000 Euro gestiegen. Selbst die Druckkosten konnten über Spenden finanziert werden. Es gibt
wieder Sachpreise und Gutscheine, etwa für Restaurants, Wein, Gesundheit. Aus den Geldspenden wurden ein Reisegutschein von über 1000 Euro, jeweils vier I-Pads sowie Air-Pods von Apple und
Tablets von Samsung finanziert. Darüber hinaus können digitale Abonnements der FAZ/FAS sowie des Höchster Kreisblattes, ein Wochenende mit einem Porsche sowie einem BMW gewonnen werden.
Verkauf hat nun begonnen
Einmal mehr wurde das Titelbild bei einem Wettbewerb unter Schülern ausgewählt, und zwar das von William Ober aus der Klasse 3 a der Grundschule Sindlinger Wiesen.
Die Bildchen hinter den Türchen stammen von Schülern des Privatgymnasiums Dr. Richter.
Der Erlös aus dem Verkauf - Ziel ist es, wieder alle Kalender zu verteilen - wird für die Förderung von Kindern und Jugendlichen im Raum Kelkheim verwendet. Der
Lions Club setzt damit etwa das Programm „Klasse 2000“ fort, das der Entwicklung der Persönlichkeit von Schülern dient, unterstützt die MINT-Förderung mit der Stadtbibliothek, finanziert auch
Rollbretter für die Rossert-Schule in Ruppertshain, Bücher für die Max-von-Gagern-Schule. Der Rotary Club setzt weiter auf das Projekt „Make dreams real“. Es hilft Kelkheimer Schulen,
außerordentliche Aktivitäten zu finanzieren: Theaterbesuche, Sprachkurse, Medientraining. Und es wird ein Konzert im AWO-Seniorenheim unterstützt.
Jeder Kalender weist eine Losnummer aus. Sie werden unter notarieller Aufsicht gezogen und die Preise ab dem 1. Dezember auch unter www.adventskalender-Kelkheim.de und im Höchster Kreisblatt veröffentlicht. Bis zum 31. Januar 2025 können die Gewinne bei der Grünen
Apotheke unter Vorlage des passenden Exemplars abgeholt werden. Die Kalender kostet 5 Euro. Zu bekommen sind sie nun hier: Buchhandlung Tolksdorf, Violas Bücherwurm, Apotheke am Markt, Grüne
Apotheke, Hornauer Apotheke, Sonnenapotheke, Lotto Kiosk Glückskurve, Micha’s Lädchen Fischbach, Schreibwaren Sulikowski und Buchhandlung Kolibri, Liederbach. Zudem gibt es vom 2. bis 27.
November an den Markttagen mittwochs und samstags in der Stadtmitte von 9 bis 13 Uhr einen Stand der Gruppen. red
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 29.10.2024, Seite 9
Otmar Wagner - der neue Mann an der Spitze des Lions Clubs Kelkheim
Kelkheim (ju) – Als Präsident des Lions Clubs sollte
man eine Mischung aus Führungsqualitäten, Engagement und sozialem Bewusstsein mitbringen. Hier sind einige wichtige Eigenschaften:
Führungskompetenz: Die Fähigkeit, ein Team zu leiten, Entscheidungen zu treffen undProjekte zu organisieren.
Kommunikationsfähigkeit: Klar und effektiv kommunizieren, um Mitglieder zu motivieren und externe Partnerschaften zu pflegen.
Engagement:
Ein starkes Interesse am Gemeinwohl und die Bereitschaft, Zeit und Energie in Vereinsaktivitäten zu investieren.
Organisationsfähigkeit: Strukturierte Planung und Durchführung von Veranstaltungen und Initiativen.
Otmar Wagner ist sozial vielfach
engagiert und
neuer Präsident des Lions Clubs Kelkheim
Foto: Ulbricht
Empathie und Sozialbewusstsein: Einfühlungsvermögen und Verständnis für die Bedürfnisse der Gemeinschaft. Netzwerkfähigkeit: Kontakte knüpfen und pflegen, um Ressourcen und Unterstützung zu mobilisieren.
Flexibilität: Anpassungsfähigkeit an neue Herausforderungen und die Bereitschaft, innovative Lösungen zu finden.
Kurz gesagt: Es braucht Herz, Verstand und den Willen, einen Unterschied zu machen.
Flexibilität
Gerade der letzte Punkt
passt haargenau auf Otmar Wagner, den neuen Präsidenten des Lions Clubs Kelkheim. Schon früh musste er sich entscheiden: Winzer und Berufsreiter – das hätten zwei Karrieren für Otmar Wagner
werden können. Der Mann aus Osthofen bei Worms stammt aus einer Familie von Weinbauern und war auch imReitsport erfolgreich. Er absolvierte ein Jahr bei der
Bundeswehr in der Sportfördergruppe Lüneburg und nahm an NATO-Turnieren teil. Doch sein beruflicher Weg führte ihn über eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann und Winzer sowie einem
BWL-Studium in die Immobilienbranche. Schon als Student gründete Wagner mit Kommilitonen eine Beratungsfirma und betont, er sei stets selbstständig gewesen.
Neue Heimat Kelkheim
Hätte er das
Weingut übernommen, wäre Wagner vielleicht nie in Kelkheim gelandet. Doch hier, in Hornau, fand er mit seiner Frau und den Söhnen, die inzwischen 24 und 26 Jahre alt sind, durch einen Handzettel
das perfekte Haus. Zufrieden in seiner neuen Heimat fragte er sich: „Kann man nicht ein bisschen Zeit abgeben?“ Natürlich für das Ehrenamt, „ohne das vieles nicht laufen würde“, wie Wagner
betont.
„Nebenberuf“
Der Immobilienexperte, der in seiner Freizeit gern jagt und Golf spielt, hat mindestens einen „Nebenberuf“ ohne
Bezahlung: Er ist Vorsitzender des Kirchenvorstands der Paulusgemeinde und verantwortet die Kita „Arche Noah“. Zudem betreut er die Kita und Krippe „Regenbogen“ der Stephanusgemeinde. Wagner ist
überzeugt, dass auch im Kindergarten-Bereich Vielfalt wichtig ist und arbeitet eng mit der Stadt zusammen, obwohl die Kita beinahe in städtische Hände übergegangen wäre. Zudem ist er Vorsitzender
der evangelischen Regionalversammlung.
Neuer Präsident
Sein zweites
Ehrenamt ist ebenso zeitintensiv: Wagner ist neuer Präsident im Kelkheimer Lions Club. Unter seinem Motto „Lions (er-)leben, Vielfalt zeigen“ legt er großen Wert auf Gemeinschaft und die Pflege
der „Clubheimat“ – es geht ihm nicht nur ums Spendensammeln. Die Atmosphäre schätzt er sehr, ebenso wie seine Frau Sabine. Nach 15 Jahren im „Kiwanis-Club“ in Bad Homburg, davon sechs Mal als
Präsident, wurde Wagner von einem Freund für die Lions begeistert. Er fragte sofort, wie er helfen könne und übernahm das Ausgabenteam und den Vorsitz des Fördervereins.
Tansania-Projekt
Gemeinsam mit Wiebke Knabe initiierte er das Tansania-Projekt, bei dem über die Heilig-Geist-Schwestern ein Krankenhaus gebaut
wurde. Seit 2018 sammelten die Lions mehr als 50.000 Euro, trotz anfänglicher interner Skepsis. Inzwischen wächst um das Krankenhaus herum eine kleine Gemeinde, gerade und vor allen Dingen, durch
die Unterstützung der Löwen. Das Duo konnte die Gruppe überzeugen und wird Anfang 2025 nach Afrika reisen, um im Anschluss zu berichten und eventuell neue Projekte anzustoßen.
Amtszeit
Wagners internes Lions-Programm für seine Amtszeit hat keinen festen roten Faden. Ihm
ist Regionalität wichtig, weshalb lokale Größen wie Bürgermeister Albrecht Kündiger, die Leiterin der Bahnhofsmission Frankfurt und andere Persönlichkeiten Vorträge halten werden. Nach dem Ende
der beliebten Jazzkonzerte am Rettershof suchen die Lions ein neues Sommerformat. Ende 2025 ist ein Auftritt des Heeresmusikkorps geplant.
Senioren in den Blick nehmen
Der
Lions-Adventskalender wird gemeinsam mit dem Rotary Club fortgesetzt und die Unterstützung von Schulen bleibt ein Schwerpunkt. Doch Wagner möchte auch Senioren verstärkt in den Blick nehmen. Mit
behutsamer Verjüngung und Wachstum im Verein will er gegen das elitäre Image der Lions ankämpfen und sieht die Gemeinschaft als eine von Aktiven, nicht definiert durch Mitgliedsbeiträge. Er ist
bereit, die Ärmel hochzukrempeln und mit anzupacken – ganz im Sinne der Lions-Ideale.
Quellenangabe: Kelkheimer Zeitung vom 18.10.2024, Seite 10
Otmar Wagner gibt im Ehrenamt viel Zeit ab - nun auch als Lions-Chef
Kelkheim - Winzer und Berufsreiter - das hätten zwei Jobs für Otmar Wagner werden können. Denn der Mann aus
Osthofen bei Worms stammt aus einer Familie, die Weinbau betrieb. Außerdem war er hoch zu Ross erfolgreich, absolvierte ein Jahr bei der Bundeswehr in der Sportfördergruppe Lüneburg und war auf
Nato-Turnieren im Einsatz. Doch der Karriereweg führte Wagner über die Lehrberufe des Groß- und Außenhandelskaufmanns sowie des Winzers und das BWL-Studium in die Immobilienbranche. Er sei immer
selbstständig gewesen, sagt der 59-Jährige. Schon als Student habe er mit Kommilitonen eine Beratungsfirma gegründet. Hätte er das Weingut übernommen, es hätte Wagner wohl nie nach Kelkheim verschlagen. Dort aber fand er mit seiner Frau und den Söhnen, die 24 und 26
Jahre alt sind, per Handzettel das richtige Haus in Hornau. Und weil er sich hier so wohl fühlt, es der Familie gut gehe, fragte er sich: „Kann man nicht ein bisschen Zeit abgeben?“ Natürlich für
das Ehrenamt, „ohne das vieles nicht laufen würde“, wie Wagner weiß. Der Immobilienfachmann, der in der Freizeit zur Jagd geht und Golf spielt, hat so mindestens einen „Nebenberuf“ ohne Bezahlung. Wagner ist Vorsitzender
des Kirchenvorstands der Paulusgemeinde, führt als Träger die Geschäfte für die Kita „Arche Noah“. Inzwischen hat er auch noch Kita und Krippe „Regenbogen“ der Stephanusgemeinde unter seinen
Fittichen. Dass diese fast an die Stadt gegangen wäre, hat Wagner nicht verstanden. Denn: „Auch im Kindergarten-Bereich muss die Vielfalt da sein.“ Mit der
Kommune kooperiert er hier dennoch, da von den sechs angeworbenen Erziehern aus Spanien drei bei ihm in Hornau arbeiten. Darüber hinaus ist er Vorsitzender der evangelischen
Regionalversammlung.
Engagiert für Kirche und Kitas
Sein zweites Ehrenamt ist vor allem bis Sommer 2025 ähnlich zeitintensiv. Wagner ist neuer Präsident im Kelkheimer Lions Club. Unter seinem Motto „Lions (er-)leben,
Vielfalt zeigen“ sind ihm die Gemeinschaft und die Pflege der „Clubheimat“ wichtig: um zu zeigen, es gehe hier nicht nur ums Spenden von Geldern. Wagner schätzt die Atmosphäre, „man fühlt sich
schnell wohl“, sagt er auch für seine Frau Sabine. Er war erst 15 Jahre Mitglied im „Kiwanis-Club“ in Bad Homburg, dort sechs Mal Präsident. Doch löste sich die Initiative auf. Ein Freund warb
ihn für die Lions an. Wagner fragte gleich, was er tun könne. Er wurde Leiter des Ausgabenteams und Vorsitzender des Fördervereins, der die wirtschaftlichen Dinge regelt. Zusammen mit Wiebke Knabe hat er das Tansania-Projekt ins Leben gerufen, wo über die Heilig-Geist-Schwestern auch ein Krankenhaus gebaut wurde. Seit
2018 haben die Lions gut 50 000 Euro gesammelt, auch wenn es anfangs intern Skepsis gab, wie Wagner weiß. Längst hat das Duo die Gruppe überzeugt und wird Anfang 2025 nach Afrika reisen, ihnen
danach berichten. Sein internes Lions-Programm für die Amtszeit habe keinen roten Faden, so Wagner. Ihm ist Regionalität ein Anliegen, weshalb Bürgermeister Albrecht
Kündiger, die Leiterin der Bahnhofmission Frankfurt, die ehemalige Hornauer Apothekerin Claudia Bachmann (über „Apotheker ohne Grenzen“), Dekan Martin Fedler-Raupp (über Christen an der
US-Ostküste), Fischbachs Pfarrer Patrick Smith (über Ethik in der Medizin) und ein Forscher der Grube Messel referieren werden. Einen öffentlichen Termin im Sommer gibt es nicht, hier suchen die
Lions nach den Jazzkonzerten am Rettershof nach einem neuen Format. Ende 2025 soll aber das Heeresmusikkorps hier auftreten. Natürlich setzen die Lions ihren Adventskalender mit dem Rotary Club fort. Und natürlich würden im Schwerpunkt die Schulen weiter unterstützt, betont
der Präsident. Doch sei die finanzielle Ausstattung im Bildungssektor so schlecht nicht, weshalb Wagner verstärkt Senioren in den Blick nehmen möchte. Bei den Lions hat er das Alter auch im
Visier, mit Verjüngung samt behutsamem Wachstum. Natürlich weiß er, dass die Lions oft als „elitär“ gesehen werden. „Das wird man nie rausbringen.“ Er wolle seinen Beitrag zur anderen Denke
leisten, „indem ich meine Ärmel hochkrempeln und anpacken kann“. Ohnehin sehe er die Lions als „Gemeinschaft von Aktiven - wir definieren uns nicht über die Höhe des Mitgliedsbeitrages“.
wein
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 18.09.2024, Seite 9
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 30.09.2024, Seite 8
William Ober malte im Frühling das Titelbild für den Adventskalender 2024 der Lions und
Rotarier
Kelkheim (kez) – Es ist sicherlich ungewöhnlich, bereits im Juni über den Adventskalender des Lions Clubs und des
Rotary Clubs Kelkheim zu berichten, der erst im November verkauft werden wird. Aber aus technischen Gründen laufen die Vorbereitungen dafür bereits auf vollen Touren.
Seit dem ersten Kalender in 2012 sind die Kinder verschiedener Kelkheimer Schulen
gebeten worden, das Coverbild für den Kalender zu gestalten. Dieses Jahr ist die Grundschule Sindlinger Wiesen ausgewählt worden. Die drei schönsten Bilder wurden von Mitgliedern des Lions Club
Kelkheim bewertet.
Den ersten Preis errang William Ober aus der Klasse 3a, Merle Engel aus der 2c den zweiten und Romy Farrenkopf aus
der 2a den dritten. Hinter den einzelnen Türchen des Adventskalenders gibt es kleine Bilder zu sehen, die von Schülern des Privatgymnasiums Dr. Richter gestaltet wurden.
Bei der Ehrung der drei Gewinner in Anwesenheit der Schulleiterin Birgit Stork sowie Sarah Abtt, der Pressereferenten Dr. Peter Ottiger vom Lions Club und Peter
Sothmann vom Rotary Club Kelkheim übergab Wiebke Knabe, die die Verbindung vom Lions Club zu den Kelkheimer Schulen hält, den Siegern Buchgutscheine und dem Gewinner zusätzlich eine DVD. Alle
anwesenden Kinder feierten begeistert die drei Gewinner.
Schüler von Kelkheimer Schulen in die Gestaltung des Adventskalenders einzubeziehen, entspricht voll der Zielsetzung der beiden Clubs, nämlich Kinder und
Jugendliche zu fördern. Zwischen dieser Schule und dem Lions Club Kelkheim bzw. dem Verein der Freunde Lions Kelkheim e.V. besteht übrigens eine lange Beziehung. So wurden seit 2020 circa 8.000
Euro für die Umsetzung des Programms Klasse 2000 investiert, das die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern fördert sowie viele weitere Projekte umgesetzt hat, wie z.B. einen Lehrgang für
Schüler, um sie für den sicheren Umgang mit Medien zu sensibilisieren.
Wirklich ein hübscher Nussknacker, den sich William Ober für den Adventskalender 2024 einfallen ließ.
Die Gewinner für die Gestaltung des Adventskalender 2024: Merle Engel, William Ober und Romy Farrenkopf (v.li.). Mit ihnen freuten sich Schulleiterin Birgit
Stork, Dr. Peter Ottiger, Lions Club, Öffentlichkeitsarbeit, Wiebke Knabe, Lions Club, zuständig für die Kooperation mit Kelkheimer Schulen, die
stellvertretende Schulleiterin Sarah Abtt und Peter Sothmann, Rotary Club, Öffentlichkeitsarbeit (v.li.). Fotos: Schule
Quellenangabe: Kelkheimer Zeitung vom 14.06.2024, S. 5
Williams Nussknacker soll für Adventskalender von Lions und Rotary Club werben
Williams Nussknacker kommt so echt daher, dass er fast aus dem Bild springen und eine Nuss verschlingen könnte. Der Neunjährige aus der Klasse 3 a der Grundschule
„In den Sindlinger Wiesen“ hat ihn als Teil eines Projektes gemalt. Drei Klassen haben sich damit beschäftigt, das diesjährige Titelbild für den Adventskalender des Lions und Rotary Clubs
Kelkheim zu kreieren. Williams Motiv machte das Rennen vor dem Schneemann von Romy aus der 2 a und dem Weihnachtsbaum von Merle aus der 2 c.
Wiebke Knabe von den Lions möchte nun bei der Preisverleihung von den Kindern wissen, wie viele Kalender eigentlich Jahr für Jahr
für die gute Sache gedruckt und verkauft werden. Die Zahl „500“ macht zuerst die Runde. Dass es zehn Mal so viele sind, erstaunt die Mädchen und Jungen dann doch. Allen voran William, der mit
seinem Motiv nun regelrecht „berühmt“ wird. Wobei Schulleiterin Birgit Stork betont, dass alle Bilder toll gelungen und Kunst letztlich eben „Geschmacksache“ sei.
Knabe kündigt aber an, dass die weiteren Bilder hinter
den 24 Türchen dann ebenfalls zu sehen sein werden. Mit dem Erlös unterstützen bei beiden Organisationen wieder die Kinder und Jugendlichen in der Stadt. An der „Si-Wi“ zum Beispiel haben die
Lions schon das Skelett „Rüdiger“, den Basketballkorb, mit dem Förderverein Spielgeräte für den Schulhof, die Kurse zur Mediensicherheit und vor allem das Projekt „Klasse 2000“ finanziert. Allein
in diese Stärkung zum Selbstbewusstsein der Kinder flossen in den vergangenen fünf Jahren rund 8000 Euro, verdeutlicht Knabe.
Von den Rotariern kam in diesem Jahr die Unterstützung für die Verkehrserziehung - Schilder, Ampel, Rampe, Wippstangen und Hütchen. Schließlich sei das „motorische
Radfahrtraining ab Klasse 2 fester Bestandteil unseres Schulprogramms und gewinnt zunehmend an Bedeutung“, weiß Schulleiterin Stork. Zunächst geht es um grundlegende Kenntnisse, in Klasse 3 dann
schon um höhere Anforderungen wie einhändig fahren oder eine Fahrradstaffel bis zu den gezielten Übungen für den Straßenverkehr in Jahrgangsstufe 4. wein
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 14.06.2024, Seite 8
Lions freuen sich, „dass man mit wenig Geld so viel erreichen kann“
Hilfe zur Selbsthilfe: Afrika-Projekt des Clubs wächst und gedeiht
Kelkheim- Wenn der Lions Club auf dieses
Projekt blickt, dann geraten die Verantwortlichen ins Schwärmen. Es sei bemerkenswert, „dass man mit so wenig Geld so viel erreichen kann“, sagt Wiebke Knabe. Zusammen mit Otmar Wagner betreut
sie das große Auslandsprojekt der Kelkheimer Lions in Tansania. Wagner erinnert sich an anfangs durchaus intensive Diskussionen: „Wollen wir es oder nicht?“ Doch längst sei „die Akzeptanz da,
weil wir es nachvollziehen können“.
Die Lions engagieren sich sehr in der Möbelstadt. Doch ins Ausland gehen wollten sie nur mit einem „Projekt, das wir langfristig entwickeln können“, erinnert sich Wagner. Das passiert nun in der
Region am Fuße des Kilimandscharo. Das hat sich per Zufall entwickelt. Als Knabe im Referendariat für das Grundschullehramt war, kam sie über ein Projekt mit den Heilig-Geist-Schwestern aus
Mammolshain in Kontakt. Mit ihrem Mann entschied sie sich für eine private Patenschaft in Afrika, bei der sie die Kinder einer jungen Witwe bis zum Ende ihres Studiums und der Schule finanziell
unterstützten. Inzwischen hat Knabe wieder drei Schützlinge in Tansania - und das Land bereits besucht. Sie sei beeindruckt, wie viele Frauen ihr schweres Leben meisterten, aber auch besorgt über
die Lage dort.
Die rund 120 Heilig-Geist-Schwestern haben von ihrem Kloster aus bereits ein Krankenhaus aufgebaut und betreuen es. Sie haben eine kleine Farm und zeigen Frauen, wie sie gezielt Landwirtschaft
betreiben können. Das sei „ein sehr erfolgreiches System“, so Knabe. Und das stellte sie ihren Freunden von den Kelkheimer Lions vor. Die Organisation sagte ihre Unterstützung zu, weil sie in den
Heilig-Geist-Schwestern einen verlässlichen Partner sieht und sicher ist, dass die Gelder an den richtigen Stellen investiert werden. Die Kelkheimer achten schon genau darauf, lassen sich Fotos,
Berichte, Rechnungen geben und betreiben in Abschnitten ihr Controlling.
Heilig-Geist-Schwestern verlässlicher Partner
Denn insgesamt wurden nun seit 2018 rund 50 000 Euro in verschiedene Vorhaben investiert, zudem steuerten Privatleute noch einiges bei. Es begann mit einer Dependance des Krankenhauses, das
zunächst als Ambulanz geplant war. Inzwischen ist es selbst eine kleine Klinik mit drei Gebäuden geworden, wobei die Lions ein Haus finanziert haben. Es werde noch mit Spaten und Pickel
gearbeitet, sagt Wagner zum Aufbau. Im Herbst 2019 war Teil eins abgeschlossen, doch das Projekt setzte sich fast nahtlos fort. Da es Probleme mit dem Wasservorrat gibt, wurde der Bau einer
großen Zisterne angeregt. Es folgte die Idee eines Schulungs- und Arbeitsraumes, der ein richtiges Haus geworden ist. Alles immer unter dem Motto, den Menschen vom Stamm der Massai „Hilfe zur
Selbsthilfe“ zu geben. Im Schulungshaus wurden gleich Handarbeiten gemacht, Seminare etwa zum wichtigen Thema Familienplanung und Verhütung gegeben.
Eine weitere Zisterne rundete die Bauten vorerst ab. Rund um die Häuser sei eine kleine Siedlung entstanden, freut sich Wagner. Er kann sich mit den Lions in einem nächsten Schritt vorstellen,
„das Umfeld weiterzuentwickeln“. Ziel sei es, die Menschen dort langfristig rund um die gute Infrastruktur anzusiedeln. Dass Mädchen nicht mehr viele Kilometer laufen müssen, um Wasser zu holen,
sehen sie schon als großen Fortschritt. Denn diese Zeit können sie besser in der Schule oder mit Lernen verbringen.
Die Lions unterstützen noch zwei Schulen mit zehn Patenschaften für Uniformen oder Schulgeld. Längst wird das Engagement der Heilig-Geist-Schwestern mit der Hilfe aus Kelkheim im Land gesehen.
Das Projekt erhält Förderung, mit der zum Teil die Gehälter gezahlt werden können. Knabe und Wagner planen eine Reise nach Tansania, um sich die Erfolgsgeschichte anzuschauen. „Die Einheimischen
haben es alles selbst aufgebaut“, sind sie beeindruckt, was ihre Anschubhilfe alles bewirken kann. wein
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 05.04.2024, Seite 9
Stadtbibliothek dankt dem Christkind
Kelkheim - Die Stadtbibliothek bedankt sich beim Christkind für die Weihnachtsgeschenke: In der Stadtbibliothek Kelkheim kam das Christkind in
diesem Jahr schon früh vorbei und schenkte der Einrichtung neue Bücher, Arbeitshefte und andere Lernhilfen für Schüler der Klassen 1 bis 13.
Bibliotheksleiter Holger Winter und sein Team freuten sich sehr über die frohe Kunde, dass der Kelkheimer Lions Club und die Kelkheimer Volksbank die Bücherei mit
einer Finanzspritze unterstützt und schafften neue Lernmedien an.
Die Kelkheimer Stadtbibliothek dankte den Gönnern jetzt und präsentierte das, was gekauft wurde. Auch Kelkheims Erster Stadtrat Dirk Hofmann war neugierig. Immerhin
1500,- Euro wurden in die Weiterbildung investiert.
Wiebke Knabe vom örtlichen Lions Club und Volksbank-Filialleiter Christian Barth ließen sich von Holger Winter die neuen Medien, die den aktuellen Bestand
aufstocken und das Angebot weiter ausbauen, erklären.
„Wir sind schon immer darauf bedacht umfassende Bildungsangebote zu schaffen. Mit Hilfe des Geldes war es nun möglich, weitere Investitionen zu tätigen“,
unterstrich Holger Winter.
Der Erste Stadtrat: „Wir alle wissen, dass die Stadtkassen leer sind. Wenn gespart werden muss, wird das zumeist zuerst im Bereich Kultur oder eben in Einrichtungen
wie der Stadtbücherei geschehen.“
Dirk Hofmann lobte Investitionen in die Bildung als Investitionen in die Zukunft. Er habe die Anhebung der Grundsteuer B vorgeschlagen, weil in Zeiten leerer
Stadtsäckel die Versuchung groß sei, im Bereich Kultur und Bildung zu sparen. „Mit mir wird es das nicht geben“, so die Auskunft.
Dass die Spenden zur richtigen Zeit eingingen, lobte der Leiter der Bibliothek Holger Winter. Schon im Frühling stünden wieder die schriftlichen Abiturprüfungen an.
Kurz vor den Weihnachtsferien müssten noch letzte Klassenarbeiten, Klausuren und Referate absolviert werden. Lions Club und Volksbank hätten schon öfter örtliche Projekte bezuschusst, lobten
Hofmann und Winter.
In der Stadtbibliothek fiel das Geld auf fruchtbaren Boden. Über die Lernhilfen hinaus konnten zwei neue Regale gekauft werden, an deren Stirnfläche nun Plakate
befestigt sind, die über die Lernhilfen informieren und QR-Codes haben, die passende digitale Angebote im Internet öffnen.
Die Leser, die einen aktuellen Büchereiausweis haben, können diese Onlinemedien gratis nutzen. Auch in den Büchern selbst sind Links mit Aufklebern angebracht.
Verwiesen wird auch hier auf digitale Brockhaus-Angebote und Lernplattformen wie Sofatutor oder Onilo-Boardstories.
Christian Barth, Volksbank-Filialleiter und Vater von zwei Kindern, betonte die Wichtigkeit, bei Bildungsangeboten mit der Zeit zu gehen: „Heute ist es schwierig,
Kinder an das Buch heranzuführen“, sagte er. „Die Kombination von Büchern und digitaler Welt hilft aber bei diesem Projekt“. Die Stadtbibliothek freut sich auf viele Nutzer.efx
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 10.01.2024, Seite 9
Presseartikel 2023
Tiefe Toiletten, heilige Männer: Berufliche Weltreise prägte ihr Leben
Kelkheimer Lions-Chef Peter Weinert berichtet mit seinem Kameramann Jürgen Volz über spannende Dokumentarfilme
Kelkheim - Der kleine Flieger schwirrt wie eine Stubenfliege über die Leinwand. Zu sehen sind die Erde und
ihre Kontinente. In der Stadthalle sitzen knapp 400 Besucher mucksmäuschenstill beisammen, als die lateinamerikanischen Klänge aus den Lautsprechern verstummen und auf der Bühne der Film startet.
Von Kelkheim aus geht es einmal um die Welt. Zu Kulturen, die kaum einer kennt. Zu Orten, die aufzeigen, wie schön, wie groß, wie wunderbar und vielfältig unser Planet ist. Peter Weinert und
Jürgen Volz nehmen die Besucher mit auf „Abenteuerliche Geschichten einer filmischen Weltreise“.
Weinert ist Ex-Kelkheimer, Mitglied im Lions Club und bis Sommer 2024 dessen Präsident. Als Journalist ist er beruflich herumgekommen. Viele Jahre produzierte er
jährlich erfolgreich Filme, Dokumentationen und Reportagen. War dafür überall unterwegs. Über 20 Jahre an seiner Seite war Kameramann Jürgen Volz. Die Erlebnisse, auch das, was hinter der Kamera
passierte und wie die Filme im Laufe der Jahre entstanden sind, soll die Weltreise auf der Leinwand erläutern. „Was wir heute sehen werden, wird besonders“, sagt ein Kelkheimer, der Weinert auch
privat kennt. Der Filmjournalist lebte lange in der Möbelstadt. Vor einiger Zeit zog es ihn in die Nähe von Idstein. Kameramann Jürgen Volz kommt aus Offenbach.
Wer kann schon in zweieinhalb Stunden die Welt bereisen? Weinert und Volz zeigen Ausschnitte aus ihrem beruflichen Leben, konserviert mit der Kamera. Und: Sie
erklären immer wieder, was sie dort gemacht haben. In der Ferne. Wo sie während der Drehs wohnten, wie sie sich ernährten und dass die Toiletten auch oft in der Wildnis zwischen Büschen und
Bäumen lagen.
Zwei, die Jahrzehnte lang beruflich gemeinsam Wege gingen:
Dokumentarfilmer und Lions-Präsident Peter Weinert (rechts) und sein Kameramann Jürgen Volz vor ihrem Vortrag in Kelkheim.
FOTO: EFX
Von Alaska bis Neuseeland
„Wir werden die verschiedensten Dinge gefragt und haben überlegt, was wir Euch berichten. Eigentlich wollten wir die Toilettengeschichten ja aussparen“, erzählt
Volz. Doch spontan einigt er sich mit seinem Kumpel auf der Bühne. „Na, gut. Dann raus damit“, ermuntert Weinert. Und so entwickelt sich eine Geschichte: Abenteuerlich war der Aufenthalt in Sri
Lanka bei den Ureinwohnern. Die empfingen die Filmcrew freundlich und mit staunenden Augen. Die Naturvölker tragen Lendenschurz und leben in Hütten. Es gibt nicht mehr viele. Sie sind bedroht vom
Bau eines Staudamms. Weinert und Volz schlugen bei ihnen ihre Zelte auf. Als Toilette musste ein selbst gegrabenes Loch herhalten. Ein Wildhund hatte den „Allerwertesten“ entdeckt und sich von
hinten genähert. Was dann passierte, erzeugt Lachen im Publikum und soll hier nicht vertieft werden.
Alaska, Äthiopien, Kamerun, Tibet, China, die USA, Amerika, Neuseeland, Nepal: Es gibt kein Land und kaum eine Stadt, die Weinert und Volz nicht besucht haben. In
Nepal lernten sie auf einer Pilgerreise einen Sadhu kennen. Die heiligen Männer entsagen sich allem Weltlichen und leben in Askese. „Der Sadhu war 86 Jahre und hatte eineinhalb Meter langes
Haar“, erinnert sich Weinert. Am Abend wechseln Filmsequenzen mit Fotoaufnahmen. Die Zeit ist fast zu kurz. Wer so viel erlebt hat, kann noch viel mehr erzählen. 27 Geschichten aus 21 Ländern
werden es am Ende sein. Eine Menge Foto- und Filmaufnahmen sollen über die Leinwand huschen. Spannung und Abenteuer bringen sie nach Kelkheim. Ohne ein Flugticket kaufen zu müssen und ohne die
Umweltbilanz zu belasten. efx
Junge Leute fördern
Die Lions Kelkheim sind inzwischen ein gemischter Club mit etwa 30 Mitgliedern. Gegründet wurde er 1989, Peter Weinert war damals dabei. Der Verein widmet sich
regionalen und internationalen Förderprojekten. Die Ticketeinnahmen des Filmabends werden Kinder- und Jugendprojekten in Kelkheim zufließen. Die Lions verkaufen derzeit auch die gemeinsam mit den
Kelkheimer Rotariern erstellten Adventskalender. Für 5 Euro werden sie auf dem Wochenmarkt in der Stadtmitte angeboten und locken mit vielen Preisen. Auch die Kalendereinnahmen kommen
Sozialprojekten in der Stadt zu. efx
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 25.11.2023, Seite 11
Adventskalender bieten Reise, Technik und Zeitungs-Abos
Kelkheim - Lions Club und Rotary Club bieten wieder ihren Adventskalender. Diese Aktion war bisher eine
„Erfolgstory“, betonen die Kelkheimer Initiativen und fügen an: „Die zunehmenden allgemeinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten und der immer noch dauernde Überfall Russlands auf die Ukraine, die
zu einer allgemeinen Verunsicherung führten, haben die Unterstützung der Spender und Sponsoren nicht beeinträchtigt.“ 350 Preise im Wert von rund 23 200 Euro wurden eingeworben, mehr als im
Vorjahr.
Es gibt vieles zu gewinnen, Sachpreise und Gutscheine etwa für Restaurants, Wein, Gesundheit - darunter ein Reisegutschein über 1000 Euro, fünf Tablets und drei
Air-Pods, Ohrhörer, digitale Abonnements der FAZ sowie des Kreisblattes, ein Wochenende mit einem Porsche, Audi A 5 Cabrio sowie BMW. Das Bild wurde wieder im Rahmen eines Wettbewerbs unter
Schülern ausgewählt, Helena Cvetic aus der Klasse 3 c der Pestalozzi-Schule hat das Rennen gemacht. Die Bildchen hinter den Türchen stammen ebenso von der Grundschule sowie vom Privatgymnasium
Dr. Richter. Der Erlös aus dem Verkauf wird für die Förderung von Kindern und Jugendlichen im Raum Kelkheim verwendet.
Jeder Kalender weist eine Losnummer aus. Sie werden unter notarieller Aufsicht gezogen und die Preise ab 1. Dezember unter www.adventskalender-Kelkheim.de und im Höchster Kreisblatt veröffentlicht. Stimmt die Nummer des Adventskalenders mit der Nummer
überein, können die Gewinne bis zum 31. Januar 2024 bei der Grünen Apotheke Kelkheim mit Vorlage des Kalenders abgeholt werden.
Die Kalender gibt es in Kelkheim bei folgenden Verkaufsstellen: Buchhandlungen Tolksdorf, Violas Bücherwurm, Apotheke am Markt, Grüne Apotheke, Hornauer Apotheke,
Sonnenapotheke, Pabst Post und Paper, Café Bender, Lotto Kiosk Benincasa, Ufer Optik und Akustik sowie O-Ton-Hörakustik (jeweils Kelkheim), Micha’s Lädchen Fischbach, Schreibwaren Sulikowski und
Buchhandlung Kolibri, Liederbach. Außerdem steht in der Stadtmitte am Marktplatz, Frankenallee, bis zum 29. November jeweils an den Markttagen vor dem Restaurant „Beef and Beer“ mittwochs und
samstags von 9 bis 13 Uhr ein Verkaufsstand von Lions und Rotariern. red
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 13.11.2023, Seite 8
Peter Weinerts Fernsehreporter-Vortrag heute Abend in der Stadthalle
Kelkheim (kez) – Sollte dem ein oder anderen heute am 10. November der herbstliche Abend zu lang werden – dem können wir abhelfen. Und zwar mit
einem Besuch der Kelkheimer Stadthalle um 19.30 Uhr. Denn hier werden der Fernsehjournalist Peter Weinert, in diesem Jahr auch Präsident der Lions, und sein Kameramann Jürgen Volz über ihre
Erlebnisse bei ihren vielen Dreharbeiten in aller Welt berichten. Und was es da alles so zu berichten gibt, das können sich diejenigen vorstellen, die sich an Peter Weinerts brillante Vorträge
erinnern – mit den Farbfilmen auf der Großleinwand.
Es ist derselbe Peter Weinert, der dieser Tage zusammen mit dem Präsidenten der Kelkheimer Rotarier, Dr. Johannes
Schmittat, den ersten Kelkheimer Adventskalender 2023 dem Bürgermeister Albrecht Kündiger überreichten.
Diesen Kalender wird es auch in der Stadthalle geben. Wie beliebt er ist, mag illustrieren, dass zuweilen nicht nur
ein Kalender gekauft wird, sondern gleich fünf oder mehr „am Stück“ zum Weiterreichen in den Familien oder an Freunde, denen man vorweihnachtliches Glück wünscht mit Preisen, die jene des
Vorjahres teilweise noch übertreffen.
Peter
Weinert in aller Bescheidenheit zur Frage des Vorverkaufs für den Vortragsabend: „Der läuft gut, hervorragend.“ Kein Wunder, in den vergangenen Jahren war die Stadthalle bei Peter Weinerts
Reportagen immer bis auf den letzten Platz besetzt, so dass einmal sogar die Feuerwehr Bedenken aus Brandschutzgründen bekam.
Vielleicht
auch noch eine Bemerkung: Der Gesamterlös des Abends geht an den Lions Club, um damit die vielen von den Lions geförderten Kinder- und Jugendprojekte im Raum Kelkheim zu
finanzieren.
Quellenangabe: Kelkheimer Zeitung vom 10.11.2023, S. 8
Wie Filmer am heiligen Berg ein kleines Wunder erlebten
Kelkheims Lions-Chef Peter Weinert und sein Kameramann Jürgen Volz zeigen ihre Dokumentations-Weltreise
Kelkheim - 6638 Meter ist der Berg Kailash hoch. Doch macht den Gipfel in Tibet nicht diese Höhe so besonders. Vielmehr ist er der heiligste Berg
der Buddhisten. Eine Umrundung auf einem 53 Kilometer langen Weg, der bis in eine Höhe von 5700 Metern führt, ist die wichtigste Pilgerreise für Anhänger der Religion. Und erst nach der 13.
Umrundung des Kailash bekommt der Pilger Zutritt zur inneren Kora. Erstes Ziel jedes Buddhisten ist es, den Kailash 108 Mal zu umrunden. Wer dies schafft, der erlangt nach buddhistischer Lehre
die unmittelbare Erleuchtung.
Darum ging es dem ehemaligen Kelkheimer und aktuellen Präsidenten des Lions-Clubs,
Peter Weinert, vor gut 15 Jahren nicht. Er hat die innere Kora als Dokumentarfilmer zusammen mit seinem Kameramann Jürgen Volz erklimmen dürfen. Und zwar nur deshalb, weil ihr Begleiter - der
bekannte Bergsteiger Dieter Glogowski - die 53 Umrundungen außen schon gemeistert hatte. Trotz der einmaligen Chance aber hat Weinert gemischte Erinnerungen an das Ende seines Films „Mit Pilgern
zum heiligen Berg Kailash“. Denn sein treuer Kamerabegleiter Volz hatte sich einen Infekt eingefangen und die Meter nur so nach oben geschleppt. Beim Finale wartet eine rund 60 Meter hohe
Steilwand. Danach war zwar der Kelkheimer am Ende, aber dem Kameramann „ging es wieder gut“, erinnert sich Weinert an ein kleines Wunder am heiligen Berg. Zum Glück habe das Team den Aufstieg
noch gemeistert - denn am nächsten Tag sei so viel Schnee gefallen, dass an eine Expedition nicht mehr zu denken war. Es hätte dann einen Film ohne passendes Ende gegeben, erinnert sich
Weinert.
Essenz aus einem Lebenswerk im Beruf
Auf ein anderes Ende blickt nun der 73 Jahre alte Dokumentarfilmer. Denn er möchte mit Volz sein berufliches Schaffen noch einmal als Zusammenfassung präsentieren -
und zwar an diesem Freitag, 10. November, um 19.30 Uhr in der Stadthalle Kelkheim. Gagernring 1. „Abenteuerliche Geschichten einer filmischen Weltreise“ ist der Titel - das Jahrzehnte
eingespielte Duo Weinert und Volz sind die Erzähler. Einlass ist ab 18.30 Uhr. Veranstalter ist der Verein der Freunde Lions Kelkheim. Die Karten kosten 15 Euro für Erwachsene, 10 für Kinder und
Jugendliche und sind im Vorverkauf bei Micha’s Lädchen, in der Sonnen-Apotheke, der Hornauer Apotheke, der Buchhandlung Tolksdorf, Violas Bücherwurm, dem Kiosk Weber oder auf der Homepage unter
www.lions-kelkheim.de zu bekommen. An der Abendkasse kostet der Eintritt dann 18 Euro.
Das Duo kündigt 27 Erlebnisse aus 21 Ländern an. Bei Szenen aus diesen Filmen und über 500 Fotos erzählen Autor Weinert und Kameramann Volz „ihre persönlichen
Erlebnisse und abenteuerlichen Geschichten, die bei den Recherchereisen und den Dreharbeiten passiert sind“, kündigen sie an und nennen ein weiteres Beispiel: Wie gestalteten sie ihre
Filmarbeiten in Tibet, wenn es aussichtslos war, eine Drehgenehmigung zu bekommen? Sie dokumentieren, wie das Team „gelebt, geschwitzt, gefroren, gelacht und gearbeitet hat“, gehen auch auf
Risiken und gefährliche Situationen ein. wein
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 08.11.2023, Seite 8
Neuer Kurs für den riesigen
HR-Tanker
Lions-Club lockt Intendanten Florian Hager zum Mitglieder-Abend - Kritik und Sorgen der
Nutzer
VON FRANK WEINER
Kelkheim - Viele Jahre war Peter Weinert beim Hessischen Rundfunk (HR) beschäftigt. Erst in der Sportredaktion, später als Dokumentarfilmer, der
auch Krisenregionen dieser Welt bereist hat. In Kelkheim war Weinert lange zu Hause - und hier suchte er sich auch ein Ehrenamt, das zu seinem beruflichen Leben als Globetrotter passte: Er
engagiert sich im Lions Club. Nun ist Weinert im Ruhestand, lebt zwar nicht mehr in der Möbelstadt, ist aber für ein Jahr Lions-Präsident. Dessen Aufgabe ist es, ein attraktives Vortrags- und
Diskussionsprogramm für die Mitglieder zusammenzustellen.
„Wir schwimmen nicht im Geld“
Hier hat Weinert nun seine Kontakte zum HR spielen lassen und keinen Geringeren als den Intendanten Florian Hager zum Lions-Abend locken können. Weinert selbst hält
sich 90 Minuten zurück, um dann am Ende aber die kniffligste aller Fragen zu stellen: Der HR müsse ja kräftig sparen - und der Ex-Mitarbeiter will gerne wissen, ob Programme in Gefahr seien. „Wir
schwimmen nicht im Geld, und meine Vorgänger haben mir auch keine Schatztruhen hinterlassen“, sagt Hager. Es werde mittelfristig sicher „weniger Fläche, weniger Beschäftigte“ geben müssen. Der
Hessische Rundfunk sei ein „riesiger Tanker“, der am neuen Markt „flexibler sein“ müsse. Hager: „Wir müssen das Angebot so umbauen, dass wir für alle ein Angebot machen.“ Eben mehr hin zum
jüngeren Publikum und vielleicht etwas weniger für Ältere.
Synergien im Gesamtverbund der ARD spricht der Intendant zudem an. Es müsse doch nicht jede Landesrundfunkanstalt zum Beispiel Gesundheitsprogramme haben, hier
seien Ergänzungen möglich. Die Sorge der Kelkheimer Lions, dass das Hörfunk-Angebot ausgedünnt werde, teilt Hager noch nicht. „Das steht aktuell nicht zur Diskussion.“ Aber es werde weniger, das
HR-Region zum Teil regionaler.
Weinert bohrt nach: Ob er es nicht bedauere, dass vom HR nur vier „Tatort“-Krimis im Jahr kommen (je zweimal Frankfurt und Wiesbaden), will er wissen. „Ich weiß, welchen Job ich machen soll. Und
das ist nicht Teil meiner Entscheidungsmacht.“ Seine Aufgabe sei es, das Haus zu konsolidieren, da der HR „jahrelang über seine Verhältnisse gelebt hat“. Der „Tatort“ ist für ihn ein spannendes
Thema. Ein wenig staunend schaut Hager zum WDR, wo die besonders beliebte Münster-Variante des Krimis schon mal mehrere Millionen kosten darf.
Es ist ein kurzweiliger Abend mit den Lions und dem HR-Chef. Neben der Presse hat sich noch ein externer Gast in den Raum „geschmuggelt“. Aber ein bekannter Name: Gaby Bock war 42 Jahre beim HR
beschäftigt, mit ihrer markanten Stimme vor allem als Sportreporterin bekannt. Sie wohnt zwar in Frankfurt, schaut aber über Ex-Kollege Weinert gerne hier vorbei. Um Antworten zu bekommen, wie es
mit dem früheren Arbeitgeber weitergehen soll. „Da liegt verdammt viel im Argen“, weiß Bock. Ihr ist vor allem Qualitäts-Journalismus wichtig. Dass in der „Tagesschau“ zum Beispiel wichtige
Zahlen einer EU-Corona-Förderung nicht recherchiert worden seien, nennt sie als Beispiel. Hager kann ihr da nicht widersprechen. Bock schlägt mehr Experten - Biologen, Juristen, Betriebswirte -
als Berater in den Redaktion vor. Einfach nur Pressemeldungen weiterzugeben könne nicht das Ziel sein. Wobei Hager betont, gerade an die „Tagesschau“ werden besonders hohe Maßstäbe angelegt. Bock
indes sagt dem HR nicht die rosigste Zukunft voraus. Ob es noch ein Vollprogramm geben wird, da zweifle sie - und ist selbst das Beispiel der Entwicklung, wenn sie ihr „Fernsehen“ nur noch auf
dem Tablet streamt.
Hager macht keinen Hehl aus der Schwere seiner Aufgabe. „Meine Wahl war ja schon ein kleines Wunder“, sagt er und erinnert an drei Wahlgänge. „Es gab viele, die mich dort nicht haben wollten.“
Doch der studierte Maschinenbau-Ingenieur, der Theaterwissenschaften in Paris draufsattelte, bei Arte die Mediathek leitete und diese dann für die ARD mit aufbaute, fühlt sich gewappnet. Solche
Termine wie hier in Kelkheim besuche er gerne, denn bei zahlreicher Kritik am HR und dessen Kurs „ist mir das direkte Gespräch lieber“.
Es fängt ganz brav an. Am 1. Mai 1961 - als der HR als erste deutsche Rundfunkanstalt das damals zweite TV-Programm bestückte - zum Auftakt mit einer Übertragung der Maifestspiele und einer
Ansprache des Intendanten. Eine eigene Rede im Fernsehen werde er wohl nie bekommen, sagt Hager, der dann auf die neuen Entwicklungen eingeht, zum Beispiel mit 500 Stunden Video, die pro Minute
auf Youtube hochgeladen werden, mit 599 englischsprachigen Serien, die 2022 in den USA veröffentlicht wurden.
Doch Hager hat Hoffnung: Der HR erreiche immer noch 65 Prozent der Menschen in Hessen, übers Radio allein 70 Prozent. Aber: „Wir erreichen eine bestimmte Zielgruppe nicht.“ Und der Auftrag des
Senders laute nun mal, „ein Angebot an alle zu machen“. Hager sieht einen „neuen Kommunikations-Mix“ als Zukunft, auch die ARD bespiele die Kanäle im Internet. Das Nachrichteninteresse aber sei
gesunken, und sogar 13 Prozent sehen es als „nicht vertrauenswürdig“ an, zitiert Hager eine Studie. „Das beunruhigt mich.“ Denn er weiß: „Ausgewogen zu berichten, das ist das höchste Ziel.“ Zudem
müsse auch der HR Inhalte sortieren, einordnen, „diskutabel“, aber auch „jünger, diverser und digitaler“ machen. Deshalb werde sich der Sender in den nächsten Jahren „grundlegend ändern“.
Flut von Krimis
So manchem Lions-Mitglied wäre das lieber früher als später recht. Denn es kommt einige Kritik. Ein Gast denkt bei den Nachrichten, „ich werde manipuliert“. So wie auch Gaby Bock manche Inhalte
kritisch sieht. Peter Ottiger sorgt sich um „eine Flut von Krimis“ in den dritten Programmen, eine Dame sieht „Unmengen von Quizsendungen“. Es kommt der Vorschlag, dass ARD und ZDF bei ihren
Mediatheken enger zusammenarbeiten, was laut Hager passiert. Die ARD habe hier rund 200 000 Inhalte, Netflix nur etwa 1600. Menge heiße also nicht zwangsläufig Erfolg. Es folgt die Idee, alte
Filme zugänglich zu machen - bevor andere Anbieter sie übernehmen. Hager hört sich alles an, räumt Fehler ein, relativiert Kritikpunkte. Und bietet den Kelkheimern an, ihm konkrete Probleme zu
schicken - er werde sich darum kümmern. Das hohe Gut der Meinungs- und Pressefreiheit sei insgesamt „ein extrem wichtiger Aspekt der Demokratie“, so Hager: „Es gibt viele Leute, die daran
sägen.“
Weinerts Filmreise
Peter Weinert ist als Produzent von Dokumentarfilmen bekannt. Insgesamt 70 Filme drehte der gebürtige Cuxhavener vor allem für Sender wie Arte und den Hessischen Rundfunk und bereiste dabei
zahlreiche Länder auf mehreren Kontinenten. Darunter waren allein zehn Himalaya-Expeditionen. Unter dem Titel „Abenteuerliche Geschichten einer filmischen Weltreise“ berichtet er mit seinem
langjährigen Kameramann davon am Freitag, 10. November, um 19.30 Uhr in der Stadthalle, Gagernring 1. Einlass ist ab 18.30 Uhr. Karten kosten 15, für Kinder und Jugendliche 10 Euro.
wein
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 01.11.2023, Seite 8
Abenteuerliche Geschichten einer filmischen Weltreise
Kelkheim (ju) - "Die Stadthalle voll machen" - das ist der Plan von Peter Weinert, derzeitiger Präsident des Lions Club und langjähriger
Filmregisseur und seinem Kameramann Jürgen Volz.
Weinert hat in den letzten 30 Jahren für den Hessischen Rundfunk, die ARD und den Kultursender ARTE siebzig Dokumentarfilme produziert. Zahlreiche
Reisereportagen eingeschlossen hat er in über 50 Ländern dieser Erde filme gedreht. Und an diesen reichhaltigen " Schätzen" lässt er die Kelkheimer zusammen mit dem Verein der Lionsfreunde
Kelkheim e.V. als Veranstalter teilhaben. Am Freitag, 10. November, werden die beiden ab 19.30 Uhr mit Hilfe des Zusammenschnitts aus 27 Filmen und über 500 Fotos über persönliche und
teilweise abenteuerliche Geschichten, die bei den Recherchereisen und den Dreharbeiten passiert sind, berichten.
Anfang Oktober lief die Generalprobe in Weinerts derzeitigem Wohnort Holzhausen. Über zwei Stunden referierten die beiden an diesem Abend. "Da müssen wir noch ein
wenig dran arbeiten, etwas Feintuning, damit es in Kelkheim richtig rund ist", verspricht der erfahrene Fernsehjournalist. Versprochen ist auf jeden Fall: Auf die Zuhörer und Zuschauer kommt was
zu. Es gibt einen Blick hinter die Kulissen, denn vieles kann das Team erst vor Ort entscheiden. So erfährt man, wie aufwendig und schwierig es zum Teil ist, Drehgenehmigungen in Ländern wie
China oder Indien zu erhalten. Oder auch gar nicht, wie in Tibet. Dass Korruption dabei ein großes Thema ist, kann man sich fast denken. Dabei kann es auch richtig brenzlig werden, wenn einem der
afghanische Stammeshäuptling plötzlich das Gewehr auf die Brust setzt und einen nicht kleinen Geldbetrag verlangt.
Mit zahlreichen Fotos dokumentieren Weinert und Völz, wie das Team während der Dreharbeiten vor allem bei den Expeditionen gelebt und gearbeitet hat. Sie zeigen die Kamerastandpunkte für die
teilweise spektakulären Filmsequenzen und die Risiken, die ein Kameramann dabei eingehen muss. Man ist mittendrin, wenn das Team geschwitzt, gefroren, gelacht und gefilmt hat.
Die schwierigsten Dreharbeiten
Es sind aber nicht nur fröhliche Geschichten, die die beiden erzählen. Die wohl schwierigsten Dreharbeiten erlebte Weinert für die mehrfach ausgezeichnete Reportage
"Gorillas der Vulkanberge" aus der Demokratischen Republik Kongo. Obwohl kein Tierfilmer, bekam er den Auftrag, in das vom Bürgerkrieg gebeutelte Land zu reisen und zu drehen. "Es war alles
abenteuerlich. Ich brauchte eine Woche, um die Drehgenehmigungen einzuholen und konnte nur mit Hilfe des Militärs in den Osten des Landes reisen", berichtet Weinert. Doch anders als erwartet,
landet die UN-Maschine nicht im Kongo, sondern im Nachbarland Ruanda, " für das ich kein Visum hatte." "Bleiben Sie ganz ruhig und gehen Sie hinter mir her", habe der ihn begleitende General zu
ihm gesagt und so kam Weinert durch und erreichte nach einer Odyssee den Kahuzi-Biega Nationalpark, in dem die Flachlandgorillas leben. Hier trifft er auf eine Gorilla-Großfamilie, auf den
Silberrücken mit seinen 14 Weibchen und etlichen Kindern. Es sind faszinierende Dreharbeiten. "Aber und das beschäftigt mich noch heute, es war mitten im Bürgerkrieg. Wir hörten die Schüsse,
wurden mehrere Male unter vorgehaltener Waffe aus unseren Hütten gejagt, sahen die Leichen von Kindern und Erwachsenen in den Straßengräben liegen, das geht nicht spurlos an einem vorbei." Und
dann zu allem Unglück wird auch noch der Silberrücken von Wilderern erschossen. Ein Drama für den Bestand dieser Art, denn ein neuer Silberrücken, der sich dieser Familie annimmt, tötet erstmal
alle Nachkommen des Vorgängers. Die Geschichte hat Weinert nie ganz losgelassen und so hat er noch heute Kontakt zum Leiter des Nationalparks, der ihm von den Erfolgen und Misserfolgen
berichtet.
Der Niedergang Detroits
Dass sein Job nicht ganz ungefährlich ist, hatte Weinert nicht nur auf dieser Reise erlebt. Besonders im Gedächtnis geblieben sind im die Dreharbeiten in Detroit.
Die ehemals durch die Autoindustrie prosperierende Stadt erlebte seit dem Beginn des neuen Jahrtausends einen stetigen Niedergang, der in der Zwangsverwaltung durch den Bundesstaat Michigan
gipfelte. Die hohe Verschuldung der Stadt führte zwangsläufig zu einer Abwanderung der Bevölkerung, ganze Stadtviertel wurden zu Geisterstädten, die Kriminalität explodierte. In diesen
Schmelztiegel wagten sich Weinert und sein Team, um anlässlich der Automobilausstellung über den Niedergang dieser einst so stolzen Stadt zu berichten. "Wir stießen gleich auf mehrere Probleme.
Dreharbeiten bei 27 bis 30 Grad Minus sind äußerst schwierig, hinzu kam, dass wir teures Equipment dabei hatten und Gefahr liefen, überfallen zu werden." So bekamen sie Schutz von der Polizei,
die bei den Dreharbeiten an ganz besonders heiklen Orten mit dabei war. "Außerdem nahmen wir den guten Tipp entgegen, nicht unbedingt ein Hotel in der Stadtmitte zu nehmen, sondern lieber
außerhalb ein Motel, um uns und unser Equipment vor Überfällen zu schützen. Denn klar, steigt man in einem noblen Hotel in der Stadt ab, wissen die die bösen jungs, wo es was zu holen
gibt."
All diese Hintergrundgeschichten zu den Dokumentationen versprechen einen spannenden Abend mit neuen Erkenntnissen über die Arbeit eines Filmteams vor Ort. Sie
lassen die Ergebnisse des fertigen Fernsehfilms in einem neuen Licht erscheinen.
Vorverkauf
Wer Tickets für diesen überaus interessanten Vortragsabend kaufen möchte, kann dies an folgenden Vorverkaufsstellen erledigen:
Micha´s Lädchen
Sonnen-Apotheke
Hornauer Apotheke
Buchhandlung Tolksdorf
Kiosk Weber
Violas Bücherwurm
Außerdem gibt es unter www.lions-kelkheim.de/veranstaltungen die Möglichkeit, Tickets online zu reservieren. Die Tickets kosten im Vorverkauf 15 Euro, an der
Abendkasse 18 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zahlen 10 Euro.
Quellenangabe: Kelkheimer Zeitung vom 27.10.2023, S. 2
iPads und AirPods als Gewinne im Adventskalender der Lions und Rotarier in diesem Jahr
Kelkheim (kez) – Auch in diesem Jahr
verkaufen der Lions Club und der Rotary Club Kelkheim wieder den gemeinsamen Kelkheimer Adventskalender. Diese Aktion, unter der Schirmherrschaft von Landrat Michael Cyriax, war bisher eine
Erfolgstory. Die zunehmenden allgemeinen wirtschaftlichen Schwierigkeiten und der Krieg in der Ukraine haben die Unterstützung der Spender und Sponsoren nicht vermindert: Sie waren wieder sehr
großzügig. Denn 350 Preise im Wert von etwa 23.200 Euro wurden eingeworben, mehr als im Vorjahr.
Es gibt wieder vieles zu gewinnen, Sachpreise und Gutscheine zum Beispiel für
Restaurants, Wein, Gesundheit und manches andere. Aus den Geldspenden wurden ein TUI-Reisegutschein über 1.000 Euro, zwei iPads beziehungsweise drei AirPods von Apple und zwei Tablets von Samsung
finanziert. Darüber hinaus können hochwertige Ohrhörer, digitale Abonnements der FAZ/FAS sowie des Höchster Kreisblattes, ein Wochenende mit einem Porsche, einem Audi A5 Cabrio sowie einem BMW
gewonnen werden.
Auch dieses Jahr wurde das Bild für den Adventskalender bei einem Wettbewerb unter
Schülern ausgewählt, und zwar das von Helena Cvetic aus der Klasse 3c der Pestalozzi-Schule. Die Bildchen hinter den Türchen stammen von Schülern dieser Schule sowie vom Privatgymnasium Dr.
Richter.
Der Erlös aus dem Verkauf – hoffentlich wie in den Vorjahren sämtlicher Adventskalender – wird
für die Förderung von Kindern und Jugendlichen im Raum Kelkheim verwendet. Der Lions Club Kelkheim und der Verein der Freunde Lions Kelkheim setzt damit zum Beispiel das Programm Klasse2000 fort,
das der Entwicklung der Persönlichkeit von Schülern dient, unterstützt die Kita in
Fischbach mit Geräten, finanziert Präventionsmaßnahmen zum Thema Gefährdung von Kindern und Jugendlichen durch Medien und vieles mehr.
Der Rotary Club Kelkheim setzt einen großen Teil des Geldes für die Förderung von Schulen und Organisationen der
Jugendfürsorge ein. Zusätzlich werden Projekte von Organisationen der Seniorenbetreuung finanziell unterstützt. Grundprinzip des Rotary Clubs Kelkheim ist seit dem Start des Kalenders, dass alle
Gelder in soziale Projekte in Kelkheim investiert werden. Aus Kelkheim für Kelkheim!
Jeder Kalender enthält wie bisher eine Losnummer. Diese Nummern werden unter
notarieller Aufsicht gezogen und die Preise werden ab dem 1. Dezember unter „adventskalender-Kelkheim.de“ im Höchster Kreisblatt, in der Kelkheimer Zeitung (wöchentlich) sowie auf der
facebook-Seite „Kelkheimer Adventskalender“ veröffentlicht werden.
Stimmt die Nummer des Adventskalenders mit der Gewinnnummer überein, können
Gewinner den Preis bis zum 31. Januar 2024 bei der Grünen Apotheke in Kelkheim unter Vorlage des entsprechenden Kalenders in Empfang nehmen. Nicht abgeholte Preise müssen leider
verfallen.
Die Adventskalender können ab dem 1. November für fünf Euro bei folgenden Verkaufsstellen erworben werden:
Buchhandlungen Tolksdorf, Violas Bücherwurm, Apotheke am Markt, Grüne Apotheke, Hornauer Apotheke, Sonnenapotheke, Pabst Post und Papier, Café Bender, Lotto Kiosk Benincasa, UFER Optik und
Akustik sowie OTON-Hörakustik, Kelkheim, Micha’s Lädchen Fischbach, Schreibwaren Sulikowski und Buchhandlung Kolibri, Liederbach.
Außerdem wird in der Stadtmitte vom 1. bis 29. November, jeweils an den
Markttagen, vor dem Restaurant Beef and Beer mittwochs und samstags, von 9 bis 13 Uhr, ein Verkaufsstand eingerichtet werden.
Quellenangabe: Kelkheimer Zeitung vom 27.10.2023, S. 5
Der Intendant des Hessischen Rundfunks stattete dem Lions Club einen Besuch ab
Kelkheim (nd) – Am vergangenen Montag trafen sich die Mitglieder des Lions Clubs Kelkheim im Saal des Gasthauses „Zum goldenen Löwen“ zu
einem Vortrag des Intendanten des HR, Florian Hager, zum Thema „Neuausrichtung des Hessischen Rundfunks“.
Als Nachfolger von Manfred Krupp ist Florian Hager der achte Intendant des Senders, er arbeitete zuvor bereits für Arte und als Leiter der Mediathek von ARD und ZDF. Der Kontakt zum Lions Club
entstand über dessen neuen Präsidenten, Peter Weinert, der durch seine Arbeit als Dokumentarfilmer viel mit dem HR zu tun hatte.
Notwendige Neuausrichtung des HR
Laut Hager sei diese Neuausrichtung aus vielen Gründen notwendig. Im Gegensatz zu früheren Zeiten sitzt heute nicht mehr die ganze Familie gemeinsam vor dem Fernseher und schaut das gleiche
Programm – als das Fernsehen noch das einzige Medium war,
gestaltete es sich leichter, ein Programm zu erstellen. Heutzutage laufen das Internet und Streaming-Dienste, gerade beim jüngeren Publikum, dem linearen Fernsehen den Rang ab. Während man früher
der Hauptversorger zum Thema Abendgestaltung und Nachrichten war, so sei es schon lange nicht mehr selbstverständlich, dass die öffentlich-rechtlichen Sender die Ersten seien, die der Nutzer
einschalte. Man erreiche in Hessen zwar immer noch 65 Prozent der Menschen, davon 70 Prozent allein mit den Radiosendern, die damit eine größere Reichweite als das Fernsehen haben, aber bestimmte
Zielgruppen erreiche man damit nicht. Die Beziehung zwischen der Gesellschaft und dem Rundfunk habe sich geändert – statt einer Massenkultur, also einem Programm für alle, seien massenhafte
Nischen ent-standen, mit individuellem Medien-konsum.
Verloren gegangenes Vertrauen
Ein weiteres Problem sei, dass bis zu 13 Prozent der Bevölkerung die öffentlich-rechtlichen Sender nicht mehr als vertrauenswürdig einstufe, man sei nicht mehr das einzige Medium, welches
Nachrichten anbietet. Alternativen, darunter auch unseriöse, suchten sich die Menschen im Internet.
Wege in die Zukunft
Bei der grundlegenden Neugestaltung des Hessischen Rundfunks bleibe eine Konstante – die Regionalität, denn die mache den HR aus, und eine Bindung an Programme sei nur durch Emotionalität zu
erreichen. Wege in die Zukunft seien ein jüngeres, diverseres und auch digitaleres Programm. Auch die Nachrichten müssten für eine andere Mediennutzung transformiert werden, digitale Inhalte
müssten jederzeit verfügbar sein, Jugendliche sollten unter anderem mit Podcast und SocialMedia-Angeboten erreicht werden. Es solle keine Altersdiskriminierung stattfinden, man wolle alle
Altersgruppen erreichen, allerdings fände ein Paradigmenwechsel statt – weg vom festen Sendeplatz hin zu digitalen Angeboten, denn schon jetzt beschäftigen sich 30 Prozent der Bevölkerung lieber
mit digitalen Medien.
Fragestunde der Mitglieder
Im Anschluss stellte sich Florian Hager den kritischen Fragen der Mitglieder des Lions Clubs – zum Beispiel, wie man sicherstelle, dass in den Nachrichten reine Informationen fließen, denn man
habe den Eindruck, viele Inhalte seien von eigenen Meinungen und Kommentaren geprägt. Laut Hager halte man sich an journalistische Standards, um sichergestellt neutral zu berichten – es entstand
eine konstruktive und lebhafte Diskussion. Ein weiterer Kritikpunkt der Mitglieder waren die Massen an Quiz-Sendungen, die dem Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender, zumindest nach der
Meinung einiger, nicht entsprechen würden.
Florian Hager nimmt sich der Neugestaltung und den Problemen des Hessischen Rundfunks an – wie erfolgreich er damit sein wird, zeigt sich in einigen Jahren.
Filmerische Weltreise
Einen weiteren Termin gilt es noch zu erwähnen: Am Freitag, 10. November, um 19.30 Uhr gewährt Peter Weinert in der Stadthalle Kelkheim einen Blick hinter die Kulissen – gemeinsam mit Kameramann
Jürgen Volz erzählt er „Abenteuerliche Geschichten einer filmerischen Weltreise“. Dabei geht es in erster Linie um die Erlebnisse der beiden vor den Drehs (Einholen von Genehmigungen) wie auch
die Sichtweise des jeweils anderen während der Dreharbeiten.
Quellenangabe: Kelkheimer Zeitung vom 06.10.2023, S.6
Ein "Norddeutscher" hat jetzt das Zepter in der Hand -
Peter Weinert neuer Präsident des Lions Club
Kelkheim (ju) - Lernt man Peter Weinert kennen, ist man sofort fasziniert, denn er hat viel zu erzählen. Der Wahl-Kelkheimer, der ursprünglich in Osnabrück geboren wurde, hatte
einen aufregenden Beruf und wurde vor kurzem vom Lions Club Kelkheim zum Präsidenten ernannt.
Weltweite Projekte
In seiner nun einjährigen Wirkungszeit hat er einiges vor. Nach wie vor unterstützt sein Club die Kelkheimer Kinder und Jugendlichen mit der Finanzierung von Projekten an den Schulen, auch das
Tansaniaprojekt wird weiterentwickelt und stetige Hilfe ist angedacht. Zudem ist der Kelkheimer Club bundesweit mit der operativen Projektdurchführung für „Hilfe für kleine Ohren“ beauftragt. Sie
koordinieren das Sammeln, Sortieren, Lagern und Verleihen von Hörgeräten an gemeinnützige Hilfsorganisationen, die geeignete Projekte für hörgeschädigte Kinder betreiben. Denn in vielen Ländern
dieser Welt fehlt es an finanziellen Mitteln und technischen Voraussetzungen, um hörgeschädigte Kinder ausreichend mit Hörgeräten zu versorgen. Doch damit nicht genug. Gemeinsam mit dem Lions
Club Anuradhapura City, einer Stadt im Norden Sri Lankas, hat der Lions Club Kelkheim erfolgreich beim Aufbau eines Hörzentrums geholfen. Bis heute wird dieses Projekt finanziell und fachlich
unterstützt, regelmäßig sind erfahrene Hörakustiker vor Ort, um zu helfen.
Seine Freude, anderen Menschen zu helfen, kommt bei Peter Weinert aus dem Herzen. Der Dokumentarfilmer, der bis heute 70 Dokumentationen und unzählige Reisereportagen gefertigt hat, erhielt
während seiner Expeditionsreisen in über 50 Länder dieser Welt seltene Einblicke in fremde Kulturen, Traditionen und Lebensweisen. Er sah harte Lebensbedingungen und berührende Momente. Das prägt
einen Menschen. So lässt sich auch das Motto seiner Präsidentschaft erklären: „In Demut dienen ist eine Gnade.“
Journalistische Laufbahn
Demütig wurde er im Laufe der Jahre bei den extremen Herausforderungen, die seine Dreharbeiten boten. Bei -30 Grad im Himalaja drehen? Wie lebt man wochenlang bei diesen Temperaturen in einem
Kloster auf 4.000 Metern Höhe? Es geht alles, man muss nur wollen. Und Peter Weinert wollte. Seine journalistische Laufbahn startete er als Praktikant bei der Braunschweiger Zeitung und der
Deutschen Presseagentur. Als der NDR 1979 gezielt nach Volontären suchte, bewarb er sich. Sechs Ausbildungsplätze standen zur Verfügung, Weinert war einer der 900 Bewerber – und bekam den Job.
Nach seinem Volontariat hängte er noch eine Regisseurausbildung für Dokumentarfilme hinten dran – der Stachel war gesetzt. Eine neue Herausforderung brachte 1984 ein Anruf des Hessischen
Rundfunks. Ob er Interesse hätte, die Sportdokumentation aufzubauen? Hatte er. Als Moderator, Redakteur, Autor und Regisseur war er für den Hessischen Rundfunk in den Bereichen Sport, Bildung und
Kultur tätig. Und er blieb dem Sender bis zum Berufsende treu. Drehte für Arte ungefähr 25 Dokumentarfilme, war für das ARD-Format „Bilderbuch Deutschland“ unterwegs und überzeugte mit seinen
Reportagen über „Länder Menschen Abenteuer“.
Wer jetzt denkt, im Ruhestand wäre er ruhiger geworden, irrt. Sein Herz hängt am Lions Club Kelkheim, den er 1989 mitbegründete. „Damals hatte ich keine Ahnung, was der Lions Club an sich ist.
Mein damaliger Hausarzt hat mich angeworben“, erinnert sich Weinert im Gespräch. Durch seinen aufregenden Beruf war es für ihn als Neu-Kelkheimer die beste Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. Doch
es war keine Einbahnstraße. Im Gegenzug profitierten die Clubmitglieder vom Erfahrungsschatz des Dokumentarfilmers, denn die Lions bereisten in ihren Clubreisen viele der Länder, in denen Weinert
zuvor gedreht hatte. „Das hat uns auf jeden Fall enger zusammengebracht“, ist sich Weinert sicher. Wichtig war ihm auch immer, „dass wir an den Orten, an denen mein Team und ich gedreht haben,
nie verbrannte Erde hinterlassen haben. Wir waren überall wieder willkommen und wurden herzlich aufgenommen.“
Frischer Wind
Für seinen Lions Club wünscht sich der neue Präsident einen weiteren Umbruch, hin zu jüngeren Mitgliedern und mehr Frauen. Er ist sich sicher, dass das dem Verein gut tut. „Junges, frisches Blut
verspricht auch immer neue Herangehensweisen, neue Impulse, neue Sichtweisen, davon können wir nur profitieren“, ist sich Weinert sicher. Seit eineinhalb Jahren ist der Club auch für Frauen
offen, ein paar haben schon den Weg gefunden, gern könnten es mehr sein. Peter Weinert hat schon einige interessante Impulse gesetzt (siehe Artikel Seite 6), und weitere werden mit Sicherheit
folgen. „Ich freue mich auf mein Jahr als Präsident. Es ist ein Genuss, in diesem Club aktiv sein zu dürfen und ein Teil des großen Ganzen zu sein.
Quellenangabe: Kelkheimer Zeitung vom 06.10.2023, S. 2
Peter Weinert: In Demut dienen ist eine Gnade
Der Dokumentarfilmer übernimmt die Präsidentschaft bei den Lions in einer Zeit des Wandels in dem Club
Kelkheim - Der Lions Club hat einen neuen Präsidenten. Peter Weinert, 72 Jahre alt, wird nun für ein Jahr den Vorsitz der
Wohltätigkeitsorganisation übernehmen. Weinert, der sich selbst als „Freiheitsdenker“ bezeichnet, ist vor allem für sein Schaffen als Produzent von Dokumentarfilmen bekannt. Insgesamt 70 Filme
drehte der gebürtige Cuxhavener vor allem für Sender wie Arte und den Hessischen Rundfunk und bereiste dabei zahlreiche Länder auf mehreren Kontinenten. Darunter waren allein zehn
Himalaya-Expeditionen.
Seine Liebe zum Reisen, Entdecken und Erkunden entwickelte Weinert, der im Ruhestand von Kelkheim in sein eigenes gebautes Haus in Hohenstein gezogen ist, bereits
sehr früh. Vor allem sein Vater habe in dieser Hinsicht eine große Rolle gespielt, erzählt Weinert. Dieser habe ihm vor Augen geführt, welches Glück er habe, die Welt in Frieden kennenlernen zu
dürfen. So kam es, dass sich Weinert ab seinem 10. Lebensjahr den Pfadfindern anschloss und schon mit 14 Jahren ein „Trapping-Abenteuer“ nach London unternahm.
Nach seinem Schulabschluss studierte Weinert, der aus Cuxhaven stammt, Politikwissenschaft und Germanistik, fand dann aber schnell seinen Weg zum Filmregisseur -
über eine Volontariat beim Norddeutschen Rundfunk und eine Zusatzausbildung. Holger Obermann holte ihn zunächst für Sport-Porträts und -Dokumentationen nach Hessen zum HR.
Weinerts Engagement im Lions Club begann bereits vor vielen Jahren - und das eigentlich bloß durch einen Zufall. Als er nach Kelkheim gezogen war, habe ihn sein
neuer Nachbar auf die Organisation, die nun auch einen Club in Kelkheim gründen wollte, aufmerksam gemacht. Weinert sah den Lions Club als eine Gelegenheit, anderen Menschen etwas zurückzugeben -
sowohl in Form von Zeit als auch von Geld. Als Kind habe er so viel Liebe und Unterstützung von seiner Familie erhalten, dass er diese Hilfe gerne an diejenigen, die sie dringend benötigen,
weitergeben wollte.
Auf dieser Einstellung basiert auch das Motto der nun begonnenen Amtszeit Weinerts als Präsident des Lions Clubs: „In Demut dienen ist eine Gnade“. Heute sei die
Gruppe ein essenzieller Bestandteil in seinem Leben und seine „soziale Heimat“, so Weinert.
Auch Frauen können beitreten
Er ist eines von den nur sieben Mitgliedern des Clubs, die seit der Gründung in Kelkheim im Jahr 1989 noch dabei sind. Im Moment erlebt der Präsident eine
Initiative im Wandel. Erst seit kurzem können auch Frauen in der Möbelstadt den Lions beitreten. Eine längst überfällige Entscheidung in Weinerts Augen - und dennoch tat sich der Club mit seinen
rund 30 Mitgliedern durchaus schwer, das durchzusetzen. Außerdem befinden sich die Lions in einem Umbruch der Generationen. Während einige ältere Mitglieder aus den Gründungsjahren dabei sind,
gibt es nun auch viele jüngere, neu beigetretene, Mitstreiter.
Einen Schwerpunkt seiner Tätigkeiten als Präsident sieht Weinert weiter darin, in Kelkheim die Schulen zu unterstützen. „Wir sind kein Scheckbuch-Club, sondern
machen etwas, das vielen Menschen zugute kommt“, skizziert er. Zudem ist er der „Reiseleiter“. Sein Kollege Peter Ottiger, Beauftragter für die Öffentlichkeitsarbeit des Lions Clubs, erinnert
sich an das erste Auslandsprojekt mit Weinert. In Sri Lanka habe die Gruppe damals eine Schule für Taubstumme und Blinde besucht, in der es an vielem fehlte. Der Lions Club finanzierte daraufhin
mit 20 000 Euro den Bau einer Küche sowie die Ausbildung von Köchen. Doch ebenso bedeutsam wie dieses Sozialprojekt sei damals das Zusammenwachsen der Mitglieder des Clubs in Sri Lanka gewesen,
erinnert sich Ottiger. Weinert habe zu dieser entstehenden Gemeinschaft maßgeblich beigetragen. Und noch heute unterstützen Kelkheimer weltweit, sammeln in Deutschland alte Hörgeräte um sie unter
dem Titel „Hilfe für kleine Ohren“ dann zu spenden.
Reisen in den Oman und nach Jordanien
Auch für die kommenden Jahre sind wieder Auslandsreisen des Lions Club geplant, zum Beispiel in den Nahen Osten nach Jordanien und in den Oman. Doch auch hier in
Deutschland sind die „Löwen“ aktiv. Gemeinsam mit anderen Lions Clubs der Region wurde gerade im Sommer ein internationales Jugendcamp veranstaltet, zu dem Jugendliche aus Georgien, Frankreich,
Tunesien und anderen Ländern kamen. So will der Club sowohl die Jugend unterstützen als auch die internationale Völkerverständigung stärken.
Peter Weinert wird am 10. November, 19.30 Uhr, einen öffentlichen Vortrag in der Stadthalle zu seinen Abenteuern in unzähligen
Ländern auf mehreren Kontinenten halten. In seiner vermutlich letzten Präsentation, die er als „Zusammenfassung seines Lebenswerks“ ankündigt, wird der Globetrotter mit Filmausschnitten
und
Fotos darüber berichten, wie es ihm auf seinen Reisen ergangen ist und dem Publikum mit seinem langjährigen Kameramann Jürgen Volz einen Blick hinter die Kulissen bei den Vorbereitungen und
Dreharbeiten ermöglichen. Im nächsten Juni ist dann das Konzert der Lions am Rettershof wieder geplant.
Eine Aktion hat Weinert bei den Kelkheimern imponiert. Er kam aus Nepal zurück, wo ein Gebiet von einem großen Erdbeben heimgesucht wurde. Weinert hatte sich das
angeschaut und gewusst: Da muss geholfen werden. Als er das seinen Lions-Freunden in der Heimat erzählte, hätten diese sofort eine private Spenden-Sammelaktion gestartet und 12 000 Euro
übergeben.
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 21.08.2023, Seite 8
Spannendes Neuland für junge Leute
Lions-Clubs organisieren internationalen Jugendaustausch
Kelkheim - Den Gartenschläfer kannten sie noch nicht. Den wunderschönen Blick vom Staufenberg in die Rhein-Main-Ebene bis nach Frankfurt auch nicht.
Der Wald bringt sie ins Schwärmen. Und die Hitze, die noch kürzlich den Taunus heimsuchte? "Die finde ich gar nicht tragisch", sagt Lilia. Sie kommt aus Tunesien. "Da haben wir ganz andere
Tem-peraturen", ergänzt die 17-jährige noch und schmunzelt. Tunesien habe auch Wälder, be-tont Lilia und gibt sich danach redselig über das Land ihrer Familie.
Lilia ist zu Besuch in Deutschland. Sie gehört zu den 13 Jugendlichen im Alter von 16-18 Jahren, die am internationalen Jugendcamp
Taunus der örtlichen Lions-Clubs teil-nimmt. Heino Grawenhoff, 2022/23 für ein Jahr Präsident der Kelheimer Lions, hat das Projekt mit angestoßen, organisiert und somit nach Kelkheim geholt.
"Jugendliche aus aller Welt konnten sich dafür bewerben. Das internationale Lions-Netzwerk wurde für die Ausschreibung genutzt", sagt er. Die Jugendlichen kommen aus Georgien, Ungarn,
Finnland, Frankreich, der Türkei. Aber auch aus Italien, Serbien, Dänemark.
Gemeinsam mit seinem Lions-Kollegen Peter Ottiger beteiligt er sich am
Jugend-programm. Das Ehepaar Grawenhoff wurde zu Gasteltern. Zwölf weitere Familien, Lions-Mitglieder benachbarter Clubs, taten es ihnen gleich. Späterwohnen
sie noch einige Tage in der Jugendherberge.
Damit keine Langeweile aufkommt, hat der Club ein buntes Programm zusammenge-stellt. "Die jungen Leute sollen ja die
Umgebung kennenlernen", erklärt Ottiger. Gleich-altrige treffen und nebenbei den Taunus und seine Wälder inspizieren, dafür sind die Mitglieder der Waldjugend prädestiniert, die sich am
Programm beteiligen.
Endlich mal Berge und ein spezielles Tierchen
Saku aus Finnland weiß nun, dass er über den Blick vom Staufen erzählen kann. Der Hausberg der Kelkheimer hat es dem jungen Mann angetan. "Wir haben
ja in Finnland keine Berge. Die Natur und der Blick sind hier einfach sehr schön", unterstreicht er. Mane aus Serbien hakt ein. Auch er nimmt bleibende Eindrücke mit: "Ich bin hier viel Rad
ge-fahren. Zu Hause mache ich das nicht so oft. Es war schon cool."
Bei der Waldjugend erfahren sie etwas über die typischen Baumarten der
Region. "Wir haben aber auch über den Gartenschläfer geredet und Nistkästen gebaut", ergänzt Franziska Pitz von der Waldjugend. An der Waldhütte wird gegrillt. Das neue Haus beein-druckt die
Teilnehmer des Jugendprogramms. Am Nachmittag inspizieren sie die Räume und fallen dann erschöpft auf die Holzbänke. Neue Freundschaften haben sie geschlos-sen, sind sich alle einig. Der Abend
endet mit vielen Eindrücken und leckerer Bratwurst. Auch die kannten vorher noch nicht alle. Knackig und deftig sei sie, sagen Mane, Saku, Lilia und die andren.
efx
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 02.08.2023
Lions-Premiere mit internationalem Jugendcamp
Kelkheim - Sie kommen auch aus Georgien, Ungarn, Finnland, der Türkei und Tunesien. 13 junge Menschen im Alter von 16 bis 18 Jahren erleben einen besonderen
Aufenthalt in Deutschland. Die Lions-Clubs aus der Region laden sie zu einem Internationalen Jugendcamp ein. Das sei „Völkerverständigung“, freut sich Peter Weinert, der neue Präsident der
Kelkheimer Lions. Vorrangiges Ziel der Organisationen sei es ja, „Jugendliche zu unterstützen“, ergänzt Peter Ottiger, für Öffentlichkeitsarbeit zuständig.
Das Jugendprojekt in der Form feiert bei den Lions gemeinsame Premiere. Startschuss war mit einem Kennenlernen in Kriftel. Bis zum 22. Juli sind die Jugendlichen in
Gastfamilien untergebracht. Hier sind eigene Aktivitäten geplant, bevor die Lions als Programm-Navigatoren ins Spiel kommen. Übernachten werden die Jugendlichen in den folgenden zwei Wochen in
der Jugendherberge in Bad Homburg.
Da gibt es zum Auftakt eine Grillparty mit den Lions Hattersheim-Kriftel. Die Kelkheimer laden die jungen Leute für Sonntag, 23. Juli, zum Tag mit der Waldjugend an
der verlängerten Gundelhardtstraße ein. Hier ist auch eine Pflanzenpflege-Aktion geplant. Wer mit den Jugendlichen aus den vielen Nationen ins Gespräch kommen will, sei durchaus willkommen, sagt
Ottiger. So ist am frühen Abend ein gemeinsames Barbecue geplant.
Die Kelkheimer sind ein weiteres Mal an der Reihe, wenn sie die Gäste im Sportpark mit betreuen. Weitere Aktionstage sind unter anderem eine Städtetour in
Frankfurt, Besuch der Saalburg, Kanu fahren auf der Lahn, Bootstouren auf Main und Rhein, Fahrten nach Heidelberg, Wiesbaden und Mainz, eine virtuelle Zeitreise und ein Graffitikurs in der
Kunstschule Bad Homburg. Vertreten sind neben Kelkheim und Hattersheim-Kriftel die Lions-Clubs Frankfurt-Palmengarten, Sulzbach, die Hofheimer Damen und Herren, Eppstein,
Hochheim-Flörsheim, Eschborn. wein
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 20.07.2023, Seite 8
Rotarier und Lions werben wieder für Adventskalender
Kelkheim - Es ist ungewöhnlich, bereits im Sommer den Adventskalender 2023 zu erwähnen. „Der Winter ist doch noch so weit weg. Die Abläufe erfordern aber einen
frühzeitigen Beginn, um am 1. November mit dem Verkauf der Adventskalender starten zu können“, kündigen der Lions und der Rotary Club der Möbelstadt jetzt an. Denn es geht nun darum, wieder
attraktive Preise einzusammeln. Seit 2012 gibt es das Projekt und viele Spender. 2022 gab es und 300 Preise im Wert von etwa 22 000 Euro, es wurden alle 5000 Kalender verkauft. Die Schneemänner
von Helena Cvetic von der Pestalozzi-Schule zieren nun das Titelbild.
Den Erlös teilen die Clubs und fördern damit Projekte für Kinder und Jugendliche vor allem in Kelkheim. Bei den Lions sind das unter anderem die Fortsetzung des
Programms „Klasse 2000“ an drei Grundschulen, das der Entwicklung der Persönlichkeit von Schülern dient, Spende von Spielzeug an die Kita „Der gute Hirte“ in Fischbach, Autorenlesungen an der
Pestalozzi-Schule, Medien-Schulungen an der Grundschule „Sindlinger Wiesen“, Unterstützung der Ferienspiele der Stadt. Der Rotary Club Kelkheim wird das 2015 gestartete langfristige Projekt „Make
Dreams real“ fortsetzen, Schulen und Jugendeinrichtungen sowie Senioren- und allgemeine soziale Projekte in Kelkheim unterstützen.
Beide Clubs appellieren nun an die bisherigen Förderer, aber auch an neue Interessenten, „durch Sachspenden als Preise, Gutscheine oder finanzielle Mittel den
Kelkheimer Adventskalender zu unterstützen, um damit Gutes für die Kelkheimer Kinder und Jugendlichen zu bewirken“. red
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 14.07.2023, Seite 9
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 24.05.2023
Ein Bild für den Adventskalender 2023 – die Lions haben gewählt
Kelkheim (ju) – Eigentlich beschäftigt man sich im Wonnemonat Mai doch eher damit, den heimischen Garten gemütlich herzurichten, die sonnigen Tage im Biergarten zu genießen, Fahrradtouren durch
die aufblühende Natur zu unternehmen oder plant den Sommerurlaub, der gar nicht mehr so weit weg ist. Andere Kelkheimer sind derweil mit Dingen eingebunden, die der Winter oder die winterliche
Zeit zu bieten haben. Die Rede ist vom Adventskalender, mit dem die Kelkheimer Lions und Rotarier in den letzten Jahren
Emilia Wirsing (2. Platz), Siegerin Helena Cvetić und Harinaz
Wasiei(3. Platz) mit ihren Bildern (v.l.n.r.) Fotos: Ju
mit immer größerem Erfolg große Beträge für soziale Zwecke in Kelkheim für die Förderung von Jugend- und Schulprojekten sammelten. Der Erlös aus dem Verkauf wird für die Förderung von Kindern und
Jugendlichen im Raum Kelkheim verwendet. Der Lions Club Kelkheim setzt damit zum Beispiel das Programm Klasse 2000 fort, das der Entwicklung der Persönlichkeit von Schülern dient, beteiligt sich
an der Finanzierung des Deutschunterrichts für Kinder und Jugendliche aus der Ukraine und vieles mehr. Der Rotary Club Kelkheim setzt einen großen Teil des Geldes für die Förderung von Schulen
und Organisationen der Jugendfürsorge ein. Zusätzlich werden Projekte von Organisationen der Seniorenbetreuung finanziell unterstützt. Grundprinzip des Rotary Clubs Kelkheim ist seit dem Start
des Kalenders, dass alle Gelder in soziale Projekte in Kelkheim investiert werden. Aus Kelkheim für Kelkheim!
Zu den Vorbereitungen gehört in jedem Jahr ein Malwettbewerb in den Kelkheimer Grundschulen. In diesem Jahr fand der Wettbewerb in der Pestalozzischule statt. Gefragt war natürlich ein
winterliches Motiv – es soll ja ein Adventskalender werden. Aber die Vorbereitungen für das Projekt sind nicht von gestern auf heute zu erledigen. Deshalb eben der Wettbewerb schon im Frühjahr.
An diesem Tag, an dem Wiebke Knabe und Peter Ottinger vom Lions Club in der Schule erscheinen, wissen die Dritt- und Viertklässler noch nicht, wer gewonnen hat und wessen Bild den nächsten
Kalender schmücken wird. Sie haben die Bilder im Kunstunterricht gemalt und wirklich alles rausgeholt, was mit Winter, Weihnachten und Co. zu tun hat. Allerdings haben sie auch keine Vorstellung
davon, wie viele der begehrten Adventskalender es geben wird.
Auf die Frage von Wiebke Knabe nach einer Zahl kamen Antworten wie einer, 50 Stück, 300 Stück. Als diese erklärte, es wären 5.000, blieben einigen Schülern dann doch die Münder offen. Ottinger
und Knabe erklärten den Kindern dann, wie der Auswahlprozess vonstatten geht. Vorauswahl treffen, dann die besten Bilder mit in den Club nehmen und abstimmen lassen. Rote Punkte stellen das
Bewertungssystem dar, je mehr Punkte umso höher die Gewinnchancen. Das Bild mit den meisten roten Punkten macht das Rennen und wird der Hingucker auf dem neuen Adventskalender. Aber auch die
zweit- und drittplatzierten Bilder gehen nicht leer aus. Sie erscheinen hinter einem Türchen des Kalenders.
Also angespannte Stimmung auf dem Schulhof, als Wiebke Knabe die drei Namen der Gewinner vorliest: Harinaz Wasiei (3. Platz), Emilia Wirsing (2. Platz) und die Gewinnerin Helena Cvetić. Freudig
nehmen die drei Mädels ihre Gewinne, jeweils ein Buchgeschenk, in Empfang und posieren anschließend für ein Foto. „Es entstanden so viele schöne Bilder, dass die Auswahl sehr schwerfiel“, gesteht
Wiebke Knabe im Anschluss. „Aber eine Auswahl muss ja getroffen werden, und wir sind sehr zufrieden damit.“ Hinter den 22 anderen Türchen, die noch frei sind, verstecken sich Bilder, die von
Schülerinnen und Schülern des Privatgymnasiums Dr. Richter gemalt wurden. Man darf also gespannt sein.
Quellenangabe: Kelkheimer Zeitung 20/2023 Seite 9
Wir erforschen, wie es uns richtig gut geht“
Lions-Club und Wiebke Knabe für Engagement zu „Klasse 2000“ geehrt - Munterer Start an „Si-Wi“-Schule
Münster - „Klaaaaroooo“ schallt es durch den Raum der Erstklässler. Das schüchterne Maskottchen traut sich bei so vielen lautstarken Fans dann doch gerne aus seinem kleinen Säckchen. „Er ist ein
Forscher“, zeigt Jasmina Schlenkhoff auf die kleine Figur mit den dünnen Beinchen und Ärmchen, aber dem mächtigen und hellen Styropor-Kopf. Er sei mutig und neugierig - das wünsche sie sich auch
von den Kindern der Grundschule „In den Sindlinger Wiesen“ („Si-Wi“), sagt die Verantwortliche für das Projekt „Klasse 2000“, das in der ersten Klasse von Lehrerin Stefanie Kunze an diesem
Vormittag beginnt. Vor allem sollten die Mädchen und Jungen „erforschen, wie es uns besser und richtig gut geht“, findet Schlenkhoff.
In der allerersten Stunde der Initiative, die seit 23 Jahren das in Deutschland am weitesten verbreitete Unterrichtsprogramm zur Gesundheitsförderung, Sucht- und Gewaltvorbeugung in der
Grundschule ist, fühlen sich die Kinder prima. Sie tanzen und springen zusammen mit der Projektleiterin wie Giraffen. Sie erforschen die Atmung und den menschlichen Körper mit den Lungen als
zentralem Organ. Dort gebe es viele Bläschen, „das ist so, als ob ihr Milliarden von Luftballons aufblast“, erklärt Schlenkhoff. Die Kinder werden selbst mit einem kleinen Puste-Ballspiel aktiv.
So gibt es von der Chefin gleich mal ein Sonderlob: „Ihr wart großartig.“ Es folgt die Ankündigung, dass die zweite „Klasse 2000“-Stunde vor den Sommerferien ist. Als „Hausaufgabe“ gibt es ein
Bastelset für „Klaro“ - und für die Lehrerin eine Menge Anregungen für den Unterricht.
Pädagogin Kunze findet es in der Tat prima, wenn mal eine andere Person mit den Schülern spielerisch ein Thema erarbeitet. Die Gesundheitserziehung sei wichtig und dafür geeignet, betont sie.
Insgesamt sei das Projekt prima und der Wiedererkennungswert für die Kinder hoch.
Nachhaltig und immer am Puls der Zeit
Das dachte sich vor 20 Jahren auch Wibke Knabe, als sie noch an einer Schwalbacher Grundschule unterrichtete. Damals kam sie mit „Klasse 2000“ erstmals in Kontakt und führte es dort mit ein. „Ich
kenne kein Programm, das so nachhaltig ist“, findet die Kelkheimerin, die aktives Mitglied im Lions-Club ist. Das von Ärzten in Nürnberg entwickelte Programm werde ständig aktualisiert,
inzwischen an neuen Medien-Thematiken gearbeitet, weiß Knabe. Positiv werde in den Rückmeldungen immer wieder angemerkt, dass sich das Klassenklima durch den besonderen Unterricht verbessere, die
Schüler „durch Gespräche Konflikte abbauen“.
Das können die acht Viertklässler der „Si-Wi“ durchaus bestätigen, als sie mit dem Lions-Club und der Presse eine Bilanz ihrer vier Jahre „Klasse 2000“ ziehen. Es habe ihnen allesamt gut
gefallen, gehen die Arme von Adrian, Ronja, Paul, Mia, Giuliano, Lukas, Leni und Elisa sofort geschlossen hoch. Experimente und Spiele haben sie gemacht, auch Geschenke bekommen. Langweilig sei
es fast nie gewesen, erzählen sie munter drauflos. Zum Thema „Vertrauen“ habe ein Seil eine wichtige Rolle gespielt - ebenso bei der Stunde zur Vernetzung der Bahnen im Gehirn. Eine Maxime ist
haften geblieben: „Wenn uns einer ärgert, ignorieren wir das einfach“, ist der Tenor der Klassensprecher. „Nein-Sagen“ sei natürlich erlaubt und auch mal wichtig - und dass jeder deutlich macht,
„was er wirklich will“. Die Viertklässler würden sich wünschen, dass es mit einem ähnlichen Programm auch in der Klasse 5 weitergeht.
Dafür gibt es vom Club die so genannte „Lions Quest“, berichten Knabe und Peter Ottiger, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Doch das sei längst nicht so verbreitet und anerkannt wie „Klasse
2000“, weiß das Duo. Der Kelkheimer Lions-Club ist hier hessenweit ein Motor und wurde zuletzt mit einem erstmals verliehenen Preis ausgezeichnet. Insgesamt 34 Klassen in Kelkheim finanziert die
Organisation an drei Grundschulen: neben der „Si-Wi“ noch die Max-von-Gagern- und Pestalozzi-Schule. Das seien mit Abstand die meisten Partner, heben Knabe und Ottiger hervor - Platz zwei im
Bundesland folgt mit geförderten 19 Klassen.
Rund 4000 Euro geben die Kelkheimer Lions dafür jedes Jahr aus, finanzieren das vor allem über das gemeinsame Adventskalender-Projekt mit dem Rotary-Club. Damit sei die Hälfte gedeckt, so Knabe.
Den Rest müssten die Schulen als „Hilfe zur Selbsthilfe“ aufbringen - etwa über spezielle Elternbeiträge, einzelne Sponsoren oder einen Zuschuss der Krankenkasse AOK, die das Programm
unterstützt. Knabe und Co. wollen mit dem Lions-Club weiter am Ball bleiben, die anderen beiden Kelkheimer Grundschulen vielleicht dafür begeistern. Die Liederbachschule im Nachbarort hat auch
wieder Interesse gezeigt. Geht es nach den Kindern, sollte „Klasse 2000“ sicher lieber heute als morgen kommen. Die Erstklässler sind nach der Premierenstunde mit Leiterin Schlenkhoff ganz
begeistern und hören fast nicht mehr auf zu reden. „Ihr selbst wollt es am meisten wissen, dass es euch gut geht, das glaube ich“, sagt sie und blickt und in viele strahlende Gesichter.
wein
Quellenangabe: Höchster Kreisblatt vom 03.04.2023, Seite 8
Thema Gesundheitserziehung Lions Club unterstützt Klasse
2000
Kelkheim (ju) – Gesund, stark und selbstbewusst – so sollen Kinder aufwachsen. Dabei unterstützt sie Klasse2000, das in Deutschland am weitesten verbreitete Unterrichtsprogramm zur
Gesundheitsförderung, Sucht- und Gewaltvorbeugung in der Grundschule. Mit Klasse2000 und seiner Symbolfigur KLARO erfahren die Kinder, was sie selbst tun können, damit es ihnen gut geht und sie
sich wohlfühlen. Frühzeitig und kontinuierlich von Klasse 1 bis 4 lernen die Kinder das 1x1 des gesunden Lebens – aktiv, anschaulich und mit viel Spaß.
Stolz zeigen die Mädels Jasmina Schwenkhoff
wie lange sie die kleine Kugel oben halten können. Fotos:
Judith Ulbricht
Lehrkräfte und speziell geschulte Gesundheitsförderer gestalten rund 15 Klasse2000-Stunden pro Schuljahr zu den wichtigsten Gesundheits- und Lebenskompetenzen. So entwickeln Kinder Kenntnisse,
Haltungen und Fertigkeiten, mit denen sie ihren Alltag so bewältigen können, dass sie sich wohlfühlen und gesund bleiben.
Erste Stunde mit KLARO
Ihre erste Stunde mit KLARO haben an diesem Tag die Erstklässler der Sindlinger Wiesen Schule. Gesundheitsförderin Jasmina Schwenkhoff trifft auf neugierige Jungen und Mädchen, die durch ihre
Klassenlehrerin Stefanie Kunze schon einiges über den Körper erfahren haben. KLARO, eine selbstgebastelte Figur aus Styroporkugel und Pfeifenreinigern, möchte von den Kindern gern wissen, was man
machen kann, damit es einem besser geht? Die Antworten kommen wie aus der Kanone geschossen: draußen spielen, gesund essen, viel Bewegung – die Kids sind auf Zack. Von der Bewegung draußen kommt
Schwenkhoff schnell auf den Sauerstoff, den wir brauchen. Und damit die Kinder am eigenen Leib spüren, wie wichtig die Luft zum Atmen ist, wird eine Minute lang Gymnastik gemacht. Da wird
gehüpft, gesprungen, die Arme nach oben gestreckt. Schnell sind alle aus der Puste, der Herz klopft. Jetzt kann die Fachfrau den Kindern anhand eines großen Plakates mit einem Kind und der
dargestellten Lunge erklären, wie die Luft in unseren Körper kommt. Viele wissen schon einiges über das Organ, bekommen aber anschaulich und spielerisch erklärt, wie die Lunge funktioniert.
„Einatmen ist für die Lunge wie viele kleine Luftballons aufblasen“, erklärt Schwenkhoff den Kindern die Lungenbläschen. Neugierig und aufgeweckt folgen die jungen Schüler den Erklärungen,
steuern auch gern mal eine Information bei. Im Gepäck hat Schwenkhoff auch noch ein nettes kleines Geschenk: Eine Pfeife mit Styroporball, in die man reinpusten kann, um den Ball etwas in die
Höhe fliegen zu lassen. Natürlich dürfen alle das gleich mal ausprobieren, besonderen Spaß macht es, die Kugel hoch und runter hüpfen zu lassen. Dafür braucht es etwas Übung. Aber auch so lernen
die Kinder, wofür die Luft und die Atmung gut sind.
Lehrerin Stefanie Kunze steht voll hinter dem Programm, das schon seit Jahren an der Schule durchgeführt wird. „Für die Kinder ist es toll, wenn jemand anderes mal die Erklärungen übernimmt und
sie spielerisch an ein Thema heranführt.“ Nach dieser ersten Stunde wird das Thema in Sachunterricht weiter vertieft, bis zum nächsten Besuch von Jasmina Schwenkhoff. Das Thema
Gesundheitserziehung sieht sie als sehr wichtig an und vor allen Dinge die Kontinuität bis zum Übergang in die weiterführende Schule. „Es macht schon was mit den Kindern, man sieht einen
Lerneffekt“, freut sich die Pädagogin.
Unterstützung durch die Lions
Dass Klasse2000 an der Schule möglich ist, ist auch dem Lions Club Kelkheim zu verdanken, die das Programm seit Jahren finanziell unterstützen. Wiebke Knabe lernte das Projekt vor 20 Jahren
kennen, etablierte es damals an einer Schule in Schwalbach, an der sie arbeitete und brachte es dann an Kelkheimer Grundschulen. Inzwischen findet Klasse2000 neben der Sindlinger Wiesen Schule
noch an der Max-von-Gagern- und an der Pestalozzi Schule statt. Das vielfache Engagement des Lions Club brachte dem Verein jetzt sogar eine besondere Auszeichnung ein. Ein neu gegründeter Preis
wurde dem Club dafür verliehen, dass sie 34 Klassen an drei Schulen finanziell unterstützen, um dieses Programm durchführen zu können. „Ich kenne kein Programm, das so nachhaltig ist und die
Kinder von Klasse 1 bis 4 kontinuierlich begleitet“, lobt Knabe. Was ihr besonders gefällt ist, dass das Programm von Ärzten entwickelt wurde, regelmäßig die einzelnen Jahrgänge wissenschaftlich
überarbeitet werden und man sich den Gepflogenheiten der Zeit anpasst und inzwischen auch die digitalen Medien dafür nutzt. Denn die Ziele von Klasse2000 sind klar umrissen. Kinder sollen lernen,
wie wichtig es ist, gesund zu sein und es soll vermittelt werden, dass sie selbst etwas dafür tun zu können. Dazu gehört es, dass sie ihren Körper kennen und wissen, was sie tun können, damit er
gesund bleibt und sie sich wohl fühlen. Außerdem sollen Lebenskompetenzen vermittelt werden, damit die Kinder lernen, mit Gefühlen und Stress umzugehen, mit anderen zu kooperieren, Konflikte zu
lösen und kritisch zu denken – alles Kompetenzen, die in ihrem Erwachsensein wichtig sein werden.
Viertklässler sind überzeugt
Dass die Stunden an den Schulen gut investiert sind, beweisen die Klassensprecher der 4. Klassen. Sie stellen sich den Fragen von Wiebke Knabe und Peter Ottiger vom Lions Club, die wissen wollen,
was die Kinder alles so mitgenommen haben. Adrian (10), Ronja (10), Paul (10), Mia (10), Giuliano (10), Lukas (9), Leni (10) und Elisa (10) schwärmen von dem Programm.
Hüpfen und springen macht nicht nur Spaß, es hält unseren
Körper gesund und die Kinder lernen nebenbei etwas über die
Lunge und die Atmung: anschaulicher Unterricht.
Sie haben viel gelernt, sind sie sich einig. Auch wenn ihnen die Pandemie einige Möglichkeiten genommen hat, fanden sie gerade die durchgeführten Experimente, die vertrauensbildenden Maßnahmen
und die verschiedenen Spiele besonders gut. „Vieles, was wir gemacht und erfahren haben, haben wir auch mit nach Hause genommen. Unsere Eltern waren immer mit eingebunden“, erklärt Adrian. Gerade
die spielerischen Elemente fanden die Jungen und Mädchen gut, zum Beispiel das Seilspiel, bei dem anhand eines Seiles die Vernetzungen im Gehirn deutlich gemacht wurde. Ein auswendig gelerntes
Gedicht half dabei. Im Mittelpunkt von Klasse 2000 standen viele interessante Themen, fand Ronja. Neben Gesund essen und trinken, ging es um Bewegen und Entspannen, sich selbst mögen und Freunde
haben, aber auch um Probleme wie man Konflikte lösen kann und wann man auch mal „Nein“ sagen sollte. Giuliano ist sich sicher, dass durch die praktischen Beispiele „die Dinge bei uns im Kopf
besser hängengeblieben sind.“
Traurig sind die Viertklässler nur, dass das Programm an den weiterführenden Schulen nicht fortgesetzt wird. „Es gibt zwar das Programm „Lions-Quest“, aber das ist nicht so ausgearbeitet wie
Klasse2000, gerade nicht für die Lehrer und von daher ist es weniger verbreitet“, weiß Wiebke Knabe.
Dabei wäre es sicherlich nicht verkehrt. „Lions-Quest“ ist ein Life-Skills- und Präventionsprogramm für junge Menschen, das aus zwei Angebotssegmenten mit unterschiedlichen Zielgruppen besteht:
Lions-Quest „Erwachsen werden“ und Lions-Quest „Erwachsen handeln“. Kernkompetenzen, die an den weiterführenden Schulen im Schulalltag häufig vernachlässigt werden oder untergehen.